Flaschentester

… schreibt über europäische Weine und verwandte Themen


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Aglio e Oglio / Speicher – Ein Restaurantbericht

Auf der Suche nach französischen Tropfen, stosse ich plötzlich auf eine Oase im bordeauxlosen St. Galler Ödland. Keine zwanzig Minuten vom Stadtzentrum entfernt, liegt das Restaurant mit dem grössten Kleinflaschen-Weinkeller der Schweiz. Unglaublich, aber war. Das Aglio e Oglio entzog sich bislang meinem vinophilen Radar. Flaschentester geht in die Nachklausur. Jetzt.

Zugegeben: Nach dem Besuch der Website des Lokals, sitze ich etwas konsterniert vor dem Bildschirm. Die schier unglaubliche Zahl von 450 (!) Positionen des Weinkellers lässt in mir weihnachtliche Kindheitsgefühle hochkommen. Da ist so ziemlich alles vertreten, was Rang und Namen hat. Die beiden Schwerpunkte bilden italienische und französische Weine. Aber auch Spanier, deutsche Rieslinge, österreichische Flaschen jeglicher Couleur und einige wenige Posten aus Übersee sind vorhanden. Wenn man denn solche mag. Der Grund für meinen, sagen wir mal ambivalenten Gefühlsausbruch, liegt in der Tatsache, dass sich das Restaurant im selben Komplex, wie diverse Alterswohnungen befindet. Ich runzle die Stirn. Was erwartet einem? Mensa-Küche? Gedünstete Bohnen mit Kartoffelstock und Sauce? Hackbraten mit Fritten? Man weiss es nicht. Die Spannung steigt.

Ein Blick in die Karte klärt auf. Italienisch soll es sein: Carpaccio, Pasta, Filetto di manzo, Tiramisu und Pizza. – Ja, Pizza. Also doch ein Feld-, Wald- und Wiesenitaliener? Die Preise sprechen eine andere Sprache. Beispiel gefällig: Das Highlight bildet ein neungängiges Degustationsmenü mit passender Weinbegleitung. Kostenpunkt: Fr. 144.- pro Person.

Aglio e Olio Restaurant

Ein Blick in’s Aglio e Olio.

Das Abenteuer beginnt: Samstag Abend, Bahnhof St. Gallen. Punkt 19.32 Uhr sitzen meine Begleitung und ich in der Trogenerbahn Richtung Speicher. Im gleichen Abteil einige Teenager, zwei Rentner, und ein Student, der intensiv in einem Schulbuch versinkt. An der Haltestelle Schützengarten steigen wir aus. Es erwartet uns ein kurzer Spaziergang durch das spärlich beleuchtete Dörfchen Speicher. Der Weg zum Aglio e Oglio ist beschildert. Und tatsächlich, fünf Minuten später erreichen wir auch schon den Alterswohnsitz. Wir betreten das Gebäude. Im Foyer erkennt man zunächst eine Art Rezeption. Sie ist nicht besetzt. Einige Schritte später befinden wir uns bereits im Garderobenbereich der Restaurants. Der Eingang zum Lokal liegt rechts. Wir legen unsere Mäntel ab und werden sofort sehr freundlich mit unserem Nachnamen angesprochen und begrüsst. Man erwartet uns. Schön! Eine Gesellschaft von circa dreissig Personen ist ebenfalls anwesend.

Die Serviceangestellte führt uns zu einem Tisch, der in einem akustisch etwas ruhigeren Bereich liegt. Sehr aufmerksam. Das Interieur weiss zu gefallen. Modern, verspielt, freundlich und irgendwie festlich. Gleich neben dem eigentlichen Gastraum befinden sich eine Lounge für Freunde des Tabaks so wie eine Art Minibibliothek mit lauschigen Sitzen zum Verweilen. Der erste Eindruck ist sehr gut. Man fühlt sich willkommen. Alle im Vorfeld geäusserten Bedenken lösen sich sogleich in Luft auf. Erleichterung macht sich breit.

Aglio e Olio Showkeller

Der Showkeller im Restaurant.

Wir bestellen einen Apéritif. Herr König, der Restaurantleiter, wünscht uns persönlich einen guten Abend. Nach der Auswahl der Speisen und eines passenden Vorspeisen-Weins, wird ein Gruss aus der Küche serviert. Wir geniessen ein sehr gut abgeschmecktes Currysüppchen mit Hühnchensnack. Dazu einen 2007er Sancerre von Thomas Labaille. Auch die gereichten Brötchen gefallen. Der Service punktet bislang durch seine überaus sympathische und aufmerksame Art.

Die Qualität des kurze Zeit später aufgetischten Tatars und des Carpaccios, sucht seinesgleichen. Die Ausgangsprodukte sind hervorragend, zudem schön angerichtet und perfekt gewürzt. Ein fantastischer Einstieg in den Abend.

Aglio e Olio Weinkeller

Der eigentliche Weinkeller im Untergeschoss.

Uns interessert natürlich der Weinkeller. Der Restaurantleiter lässt es sich – trotz grosser Gesellschaft von nebenan – nicht nehmen uns erst den frei zugänglichen Showroom im Restaurant und etwas später den eigentlichen Keller zu zeigen. Sehr zuvorkommend und durchwegs professionell werden uns die beiden Räume präsentiert. Beide sind in schlichtem Holz gearbeitet. Es herrscht unglaubliche Ordnung. Die einzelnen Posten sind nach Nummern sortiert. Mittels eines Touchscreens bahnt sich das Personal den Weg zur richtigen Flasche. Der Gast findet den Katalog auch online. So können Weinliebhaber bereits zu Hause eine Vorselektion treffen. Das steigert die Vorfreude enorm. Wenigstens meine. Denn die Auswahl ist schlicht erschlagend. Aber auch Unentschiedenen steht Herr König kompetent zur Seite.

Im Showroom angekommen schlägt mein Bordeaux-Herz sprunghaft höher. Pétrus, Margaux, Haut Brion, Mouton-Rothschild, um nur einige zu nennen. Die Preise sind moderat. Neben den Prestige-Weinen findet man auch unzählige Tropfen, welche im bezahlbaren Bereich liegen, und ebenso Spass machen. Sehr schön! Wir entscheiden uns schliesslich für einen 2000er Château Belgrave.

Aglio e Olio Tisch

Haut-Médoc trifft auf Appenzell.

Zurück am Tisch erwartet uns der Hauptgang. Eine klassische Angelegenheit. Rindsfilet mit Gemüse und Kartoffeln. Je nachdem mit Kräuterbutter oder Portweinsauce. Waren wir eben schon von den Weinen beeidruckt, lässt uns die Qualität des Fleisches erneut in Begeisterungsstürmen ausbrechen. Das Filet ist unbeschreiblich gut. Ich kann mich nicht erinnern, jemals Fleisch, dieser Qualität, derart perfekt zubereitet, gegessen zu haben. Das Rind zerschmilzt förmlich auf der Zunge. Ein Traum. Ein Gedicht. Eine leider viel zu früh verklingende Symphonie aus Fleisch, Sauce und Bordeaux. Fantastisch.

Glückselig und mit einem Lächeln im Gesicht, lehnen wir uns zurück. Schliesslich bestellen wir dann doch noch eine Nachspeise: Einmal warmer Schokoladenkuchen mit Zwetschgen-Zimtsorbet und Früchten, einmal Kirschparfait mit Früchten und Joghurt-Minzsössli. Der Restaurantleiter empfiehlt dazu eine 2002er Auslese von J. J. Prüm (Wehlener Sonnenuhr?). Der Riesling erweist sich mit seinem Süss-Säurespiel als perfekter Kontrapunkt zu den liebevoll angerichteten Desserts. Kurz nachdem wir die Rechnung beglichen haben, überrascht uns der Service mit einem kleinen Schmankerl. Eine spontan gereichte Zitronen-Crème rundet den gelungenen Abend ab. Glücklich und zufrieden verlassen wir das Lokal und begeben uns Richtung Haltestelle.

Das Aglio e Oglio ist konzeptionell zwar in einen Alterswohnsitz integriert, zeigt sich dem Gast aber als eigenständiges Lokal der gehobenen Art. Die Küche ist durchwegs klassisch und auf hohem Niveau. Die Qualität des Fleisches ist – wie bereits erwähnt – sogar exorbitant. Der Service hält sich dezent im Hintergrund, ist sympathisch und kompetent. Die Preise entsprechen dem Gebotenen. Unsere drei Gänge samt Apéritif und Weinen summieren sich schlussendlich auf Fr. 255.- Kein Pappenstiel. Aber ihr Geld allemal Wert. Das Ambiente ist ansprechend, über die Ästhetik der vorhandenen, orangen Plexiglas-Sessel und der etwas klobigen Kerzenleuchter lässt sich laut meiner Begleitung streiten. Mir gefällt’s. Ob’s daran liegt, dass wir, nebst der grösseren Gruppe, die einzigen Gäste sind? Wohl eher nicht. Denn der Weinkeller sucht seinesgleichen. Da steckt Kompromisslosigkeit und sehr viel Herzblut dahinter. Wer Wein mag, muss dorthin. Da führt kein Weg vorbei. Ich bin begeistert und gebe 18/20 Punkte.

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St’ill / Feldkirch – Ein Restaurantbericht

Nur ein Katzensprung von St. Gallen entfernt, liegen ein Restaurant, ein Weinkeller und ein Städtchen, die eine Reise wert sind. Also, flux gepackt und los geht’s! – Laut TomTom erreichen wir unser Ziel in 32 Minuten. Gerade genug Zeit, um in Heinos Neue reinzuhören und die letzten verkosteten österreichischen Weine nochmals Revue passieren zu lassen.

Kaum ist das Fanta4-Cover verklungen, erreichen wir Feldkirch, das kleine Städtchen an der Ill. Reserviert haben wir von zu Hause aus in einem der zwei Best Western Hotels vor Ort. Ein Fehler, wie sich schon kurz nach dem Betreten des Hauses herausstellt. Das Hotel bietet keine Parkplätze, die Zimmer keine Badewanne. Es erwarten uns durchgelegene Matratzen und eine Zimmerheizung, welche allerhöchstens als Attrappe in einem Hollywoodstreifen durchgehen würde. Heizen tut sie jedenfalls nicht.

Egal, uns kann nichts erschüttern. Wir legen das Gepäck ab und erkunden kurz die hübsche Altstadt mit ihren vielen tollen Bars. Dann machen wir uns auf den Weg ins St’ill. Wir haben reserviert. Pünktlich um 19.30 Uhr Ortszeit betreten wir das Restaurant. Es ist voll. Einzig unsere zwei Plätze sind noch frei. Das St’ill bietet Platz für insgesamt ca. vierzig Gäste: Dreissig oben im eigentlichen Lokal, etwa zehn weitere finden in einem gemütlichen Gewölbe, just neben dem Weinkeller Platz. Auch draussen im Garten kann man, entsprechende Aussentemperaturen vorausgesetzt, gemütlich speisen und verweilen.

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Die Karte wird uns gereicht. Währenddem wir das aktuelle Angebot überfliegen, entscheiden wir uns schon mal für den von Hausgeist Denis Djulic vorgeschlagenen Apéritif, einen mit Thymiansirup angereicherten Crémant.

Die Karte ist übersichtlich. Man kann zwischen vier verschiedenen Menüs wählen: Fishtales, A Rind the world, Innere Werte und Veg me up before you gogo. Lustig und sinnreich zugleich sind sie, die Namensgebungen. Wir wählen – entgegen vorgeschlagenen Kompositionen – das dreigängige Überraschungsmenü einschliesslich Weinbegleitung. Überrascht werden wir tatsächlich. Nach einem kleinen Gruss aus der Küche, folgt quasi ein Querschnitt der vier bereits erwähnten Menüs. Wohlgemerkt: Wir erhalten nie denselben Gang. Jedem von uns wird jeweils etwas anderes aufgetischt. Auch die Weine sind individuell darauf abgestimmt. Folgende Gerichte finden den Weg zu uns:

Gebeiztes Bachsaiblingsfilet, Koriander-Bratkartoffel-Salat & Ingwer-Aioli

Buchweizen-Crèperöllchen, Ziegenfrischkäsefülle, Randencarpaccio & Nüsslesalat

Bachforellenfilet, geschmorter Chinakohl, Shitake-Stirfry & Süsskartoffel-Chips

Niedertemperaturgegarte Kalbsnuss im Cidrejus, Kalbsbries, Petersilwurzelpürée & Haselnuss-Gremolata

Maroni-Créme Brülée & eingelegte Vanille-Zwergorangen

Safran-Dörrmarillen-Mousse, Mandelbiskuit & Rosen-Joghurt-Sauce

In der Küche steht Djulics Partnerin, die talentierte Quereinsteigerin und Autodidaktin Denise Amann. Verkocht werden von ihr ausschliesslich Produkte aus biologischer Landwirtschaft. Auch bei den Weinen wird diese Linie konsequent weiterverfolgt. Zur Qualität: Eins vorweg, alles schmeckt. Es gibt keine totalen Durchhänger, oder gar Enttäuschungen. Die Nase vorn haben eindeutig die Fischgerichte, gefolgt von den Desserts. Der vegetarische Gang, wie auch die Kalbsnuss sind handwerklich zwar absolut in Ordnung, für unseren Geschmack aber etwas zu langweilig und uninspiriert geraten. Die Präsentation der Gänge ist hingegen stets gelungen. Auch die Güte und Frische der Produkte gefallen ausserordentlich. Da ist man im St’ill offensichtlich kompromisslos. Bravo!

Auch Djulic scheint seine Passion gefunden zu haben – zum Glück für den Gast. Leidenschaftlich und mit ansteckender Freude an der Materie, wählt er die zu Amanns Kreationen passenden Weine aus. Den Schalk im Nacken, lässt Djulic einem erst ein wenig Rätseln, bevor er jeweils das Geheimnis um die kredenzten Tropfen lüftet. So macht Wein Spass! Am Ende eines genussvollen Abends bitten wir ihn, uns die zu den einzelnen Gängen gepaarten Weine aufzuschreiben und erhalten umgehend folgende, handgeschriebene Liste:

  • Welschriesling Selektion, Andreas Weber, Weinviertel
  • Grüner Silvaner, Weingut Wittmann, Rheinhessen
  • Zweigelt, Claus Preisinger, Neusiedlersee
  • Pinot vom Berg, Birgit Braunstein, Neusiedlersee-Hügelland
  • Graf, Frizzante „Cuvée Katharina“
  • Grand Cardinal 2008, Prädikatsweingut Weiss, Burgenland

Das Highlight ist eindeutig der Zweigelt von Preisinger. Ein Spitzenwein: Schöne Farbe, beeriges Bouquet, rund, vollmundig, fruchtig, mit einer tollen Balance aller Komponenten und einem schmelzigen Abgang. So wenigstens meine geistigen Notizen. Am Spannendsten ist unser Schlummertrunk: Ein Cuvée der Familie Weiss. Nicht unbedingt ein Wein für alle Tage, interessant ist er aber allemal. Wird dieser doch aus vier (!) Traubensorten verschnitten: Cabernet Sauvignon, Zweigelt, Shiraz und Merlot. Eine wahre Wundertüte an Geschmäckern. Ich habe selten einen so vielschichtigen Rotwein getrunken.

Zurück zum St’ill: Preislich liegt ein Abendessen für zwei Personen, samt Apéritif und Weinbegleitung, irgendwo zwischen 110 und 150 Euro. Für das Gebotene ein fairer Preis. Obwohl die Speisen bei unserem letzten Besuch im Sommer vor zwei Jahren raffinierter und wagemutiger zubereitet und kombiniert worden waren, ist das St’ill auch 2013 nach wie vor einen Besuch wert. Unbedingt sogar! Aufgrund der Vollauslastung kommt manchmal ein Hauch von Hektik auf. Dennoch ist das Servicepersonal zuvorkommend, sympathisch und äusserst aufmerksam. Die Speisen überzeugen im grossen Ganzen, Einiges ist gar herausragend. Die Zutaten werden ansprechend zubereitet und mit Liebe zum Detail angerichtet, die Weine treffsicher ausgewählt und dem Gast enthusiastisch präsentiert. Es überrascht deshalb nicht, dass zwei grosse Namen auf das kleine, aber feine Restaurant aufmerksam geworden sind: Gault Millau gab dem St’ill erst kürzlich vierzehn von zwanzig Punkten. Von Falstaff wurde das Lokal vergangenes Jahr mit einer von maximal vier Gabeln ausgezeichnet. Von meiner Seite gibt’s 17 Punkte und im nächsten Jahr ein Wiedersehen im St’ill. Versprochen.


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Moleskine Wine Journal

Neben Fahrrädern, Kinderwagen und alten Möbeln haben in den letzten Jahren vor allem etliche Weinflaschen unseren kleinen Keller besiedelt. Drei Regale sind mit Flaschen bestückt. Dazu noch einige Holz – und Kartonkisten, ganz zu schweigen von einigen Einzelflaschen im Kühlschrank. Den Überblick habe ich schon lange verloren. Ich krieg‘ die Krise. Schluss mit Lustig, ein Kellerbuch muss her!

Wer kennt sie nicht, die schwarzen Büchlein mit dem berühmten Namen. Van Gogh, Picasso und Hemmingway sollen sie schon benutzt haben. Dann ist es auch gut genug für mich. Es ist sowieso nicht mein erstes. Etliche Notizbücher und Agenden der letzten Jahre tummeln sich da in irgendeiner Schreibtischschublade im Büro. Ergänzt werden sie seit heute von einer auch optisch sehr schönen Ausgabe speziell für Weine.

Es dauert ein wenig, bis ich in unseren Breitengraden ein Exemplar auftreiben kann. Nach langem Hin und Her lande ich schliesslich in der Papeterie Schiff. Obwohl das Geschäft sonst alle Papiere, Stifte und sonstigen Kram in mindestens tausend Varianten anbietet, ist die Auswahl an Kellerbüchern bescheiden. Sehr bescheiden sogar: Einzig Moleskine hat eins im Programm. Es nennt sich Moleskine Wine Journal, gehört zur Passions-Serie und ist seit 2010 erhältlich. Es erscheint ausschliesslich in englischer Sprache. Der Einband ist haptisch äusserst ansprechend. Auf der Vorderseite sind verschiedene Gläser und eine Weinflasche eingeprägt. Schön! Wie die anderen Ausgaben des Notizbuchspezialisten, ist auch das Wine Journal unglaublich übersichtlich und praktisch aufgebaut. Auf der ersten Seite findet man Moleskine-typisch ein Feld, in dem man seinen Namen samt Adresse eintragen kann. Gefolgt von einer Zeile für die Höhe der Belohnung, welche man bei Verlust dem ehrlichen Finder zukommen lassen möchte.

Klappt man das Notizbuch auf, findet man folgende Register:

  • Planning (Anlass, Datum, Notizen)
  • Glossar mit Weinbegriffen
  • Übersicht mit U.S.-amerikanischen und englischen Masseinheiten (Ounces, pints, gallons, Grad Fahrenheit usw.)
  • Sparkling
  • White
  • Rosé
  • Red
  • Fortified – Sweet
  • Spirits
  • 107 Seiten für Notizen, unterteilt
  • neun leere Seiten für Notizen
  • Index: Weine können entsprechend ihrer Seitenzahl eingetragen werden

Die Seiten der einzelnen Kategorien (Sparkling, White, Rosé etc.) sind jeweils identisch aufgebaut:

Moleskine Seite

Ich hätte mir für das Eintragen von Weinen einige Seiten mehr gewünscht. Stattdessen hat man am Ende unglaublich viel Platz für Notizen eingeräumt. Umgekehrt wäre sinnvoller. Ansonsten fehlen mir im Raster vor allem ein Feld für die Bezugsquelle und eines für die Preisentwicklung pro Jahr bzw. allgemeine Notizen. Am meisten vermisse ich aber ein dezidiertes Feld, in welches man die aktuellen Kellerbestände eintragen kann. Natürlich bietet sich das Notizfeld dafür an, anders wäre aber eleganter. Sonst ist alles vorhanden, was das vinophile Herz begehrt: Jahrgang, Traubensorten, Alkoholgehalt, Herkunft, Preis etc. etc. Der Aufbau ist klar, die Druckschrift leserlich und auch das englische Glossar zu Beginn macht wenigstens als Ideegeber Sinn. Über die Qualität der Bindung, des Drucks und des Papiers muss ich keine weiteren Worte verlieren. Sie ist, wie von Moleskine gewohnt, ausserordentlich hoch. Die Dinger halten einfach ein Leben lang. Natürlich hat das auch seinen Preis. Knapp dreissig Franken zahlt man für das Wine Journal. Trotzdem bin ich rundum zufrieden. Das Notizbuch ist praktisch und durchdacht und mein Kellerchaos ab sofort in wenigstens in Buchform ordentlich festgehalten. Ich gebe 19 Punkte.

Moleskine Wine Journal

Punkte: 19/20
Passt zu: Weinkellern mit mehr als 50 Flaschen, Chaoten, Ordnungsfanatikern, Moleskine-Fans
Preis: Fr. 28.90

  • Umfang: 240 Seiten
  • Verlag: Moleskine
  • Erschienen am: 31. März 2010
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 8862933169
  • ISBN-13: 978-8862933162
  • Größe: 13,9 x 1,8 x 21,7 cm
  • Erhältlich in der Papeterie Schiff