Flaschentester

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Donabaum Grüner Veltliner Federspiel 2011

Das Wochenende steht bevor. Die Reisevorbereitungen laufen an. Es geht für einen Kurztrip nach Österreich. Nachdem Zahnbürste, Kamera und Euro-Brieftasche sicher verstaut sind, will auch die kulinarische Grenzüberschreitung vorbereitet werden. Flux eile ich zu Martel und hole mir etwas typisch Austrianisches: Einen Grünen Veltliner.

Gemacht hat ihn Johann Donabaum. Der junge Winzer bewirtschaftet im Westen der Wachau knapp sieben Hektar Berg- und Terrassenlagen. 40’000 Flaschen verlassen jährlich seinen Betrieb. Donabaum produziert ausschliesslich Weissweine. Riesling und Grüner Veltliner werden angebaut. Regionstypisch eben. Bei Martel sind vier Weine Donabaums erhältlich. Zwei Rieslinge und zwei Grüne Veltliner. Da mir vor kurzem der etwa gleich teure Veltliner von Bründlmayer sagenhaft geschmeckt hat, entscheide ich mich heute für das preisliche Pendant aus dem Donabaum-Sortiment, den Federspiel vom spitzen Point.

Johann Donabaum

Johann Donabaum

Das Traubenmaterial stammt von 25 bis 45jährigen Reben, welche auf einem sandigen Verwitterungsboden am Fusse der Lage Setzberg gewachsen sind. Deren Ausrichtung ist südwestlich. Ob sich die Mineralität des Bodens auch auf den Weisswein überträgt?

Ich schenke ein. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie ein Grüner Veltliner gelb-grünlich im Glas scheint. So auch beim Donabaum. Die Nase würde ich als typisch bezeichnen. Man riecht weissen Pfeffer, Zitrusnoten so wie Pfirsich. Auch im Mund geschieht nichts Überraschendes. Der Weisswein schmeckt frisch, der Körper ist von mittlerem Gewicht. Die Noten des Bouquets sind erneut überdeutlich erkennbar. Der Grüne Veltliner gehört eindeutig zu den kräftigeren Vertretern seiner Art. Das Terroir schwingt ebenfalls mit. Denn das Mineralische erweitert den Wein um schöne Geschmacksnuancen. Diese Frage wäre also beantwortet. Der Abgang ist, ebenfalls sortentypisch, pfeffrig. – Schärfe hallt nach.

Donabaums Federspiel ist ein Basismodell eines Grünen Veltliners. Er erfüllt alles, was man von einem dergestalten Weisswein erwarten kann. Darüberhinaus geht’s aber nicht. Man entdeckt weder Überraschendes, noch Neues, oder überdurchschnittlich Gelungenes. Der Federspiel aus der Wachau ist ein ordentlicher Wein, ein Traditionalist. Im selben Preissegment kriegt man von Donabaums Landsmann Bründlmayer aber definitiv mehr Spass ins Glas. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf andere Flaschen seines Guts. Ich gebe 15 Punkte.

DonabaumGVFederspiel11

Punkte: 15/20
Passt zu: Süsswasserfisch, Antipasti
Preis: Fr. 15.40

Kaufen kann man Donabaums Grünen Veltliner hier

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