Flaschentester

… schreibt über europäische Weine und verwandte Themen


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Baron de Rothschild Réserve Spéciale Bordeaux blanc AOC 2011

So, so, ein Rothschild für neun Franken achtzig. Das war mein erster Gedanke. Ich hatte Lust auf Sushi und brauchte noch kurzfristig einen passenden Weisswein. Welcher soll es werden?

Unentschlossen steh‘ ich im Coop vor den Weinregalen, als mir diese Flasche auffällt. Schön sieht er aus, der weisse Bordeaux. In einem hellen Goldgelb leuchtet er mir entgegen. Mein Entschluss ist gefallen, ich geb‘ dem Franzosen mit dem klangvollen Namen eine Chance.

Der erwähnte Baron ist den meisten wohl eher geläufig als verstorbener Besitzer eines der berühmtesten Châteaux der Welt, dem Château Mouton-Rothschild. Nach einer kurzen Recherche auf einer der nervigsten Webseiten seit langem, bestätigt sich mein erster Gedanke, nämlich dass es sich hier um einen Wein des Billig-Labels der Rothschild S.A. handelt. Wie könnte es auch anders sein.

Im Glas wirkt er etwas blass. Ein Bleichschnabel von einem Wein, denke ich mir und halte die Nase tief ins Glas. Es riecht blumig, aber sehr unaufdringlich. Es ist dieses typische Bouquet, welches meiner Erfahrung nach Verschnitte aus Sémillon und Sauvigon ergeben. Auch der im Denner-Sortiment relativ neue Château Bonnet bringt diesen typischen Duft zur Entfaltung. Es riecht nach Frühling, nach einem Potpurri von jungen Blüten, irgendwie mädchenhaft. Das Bouquet ist sehr flüchtig, ein erster Schluck unspektakulär. Der Wein füllt nicht aus, zudem bleibt er oberflächlich, geradezu eindimensional. Hat man ihn geschluckt, hinterlässt er keinen bleibenden Eindruck. Er wirkt wässrig, der Körper zerbrechlich, wenig intensiv, eher wie ein laues Lüftchen. Für Bowlen, die Weisswein-Variante des Aperol Spritz, oder als einfacher Kochwein reicht er aber allemal. Für alles andere ist er nicht zu gebrauchen.

Wenn man den Bordeaux blanc unbedingt kaufen möchte, kann man das hier tun. Ich rate allerdings davon ab.

Punke: 11/20
Verwendung:  Bowlen, Mixgetränke, Kochwein
Preis: Fr. 9.80


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Villa Antinori Bianco 2011

Italien gefiel mir schon immer. Die haben dort ein Meer, Opern, gutes Essen und schöne Weine. Auf dem Programm steht darum als Blog-Premiere der Villa Antinori 2011. Ein Wein, den ich euch empfehlen kann. So viel vorab schon.

Er stammt aus der Toskana. Erzeuger ist dort das italienische Traditionshaus Villa Antinori, welches seit jeher vor allem für seine Rotweine bekannt ist. Ich öffne die Flasche und schenke ein. Der Wein leuchtet in einem hellen Goldgelb. Der Verschnitt aus Chardonnay-, Malvasia- und Trebbianotrauben ergibt einen eher süsslichen, leichten Weisswein. Er passt zu jedem Apéro, kleinen Snacks, leichten Fischgerichten, oder einfach mal für zwischendurch. Ja, ja, ihr habt recht: Der Villa Antinori Bianco ist ein Gaumenschmeichler, der bestimmt einer breiten Masse schmeckt und auch mit entsprechendem Kalkül vinifiziert wurde. Ich seh es pragmatisch: Ein Fehlkauf ist praktisch ausgeschlossen. Das macht ihn zu einem idealen Mitbringsel bei Einladungen, spontanen Treffen oder festlichen Anlässen – nicht nur zur Sommerszeit. Dieser Weisse schmeckt jedem. Bis Ende 2013 sollte man ihn jedoch austrinken. Das mit der Lagerzeit wurde bei mir aber noch nie zum Problem. Und das lag nicht an der Kellerkapazität.

Punke: 14/20
Passt zu: Apéro, Snacks, Fisch
Preis: Fr. 11.25

 

Zu kaufen gibt es den Villa Antinori 2011 z.B. hier