Flaschentester

… schreibt über europäische Weine und verwandte Themen


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Kurz angenippt: Germanier, Amigne de Vétroz, 2012

Notizen

Im ersten Moment einfach nur sehr süss. Unglaublich intensiver Duft nach Honig. Erinnerungen an Met werden wach. Der Süsse trotzt glücklicherweise ausreichend Säure. Der Weisswein harmoniert am ehesten zu scharfen asiatischen oder indischen Gerichten. Er ist süffig, ermüdet aber auch den Gaumen relativ schnell. Ich bin froh, nur das Kleinflaschenformat aufgetischt zu haben. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Die Farbe, das Bouquet und der Geschmack sind tadellos, letzterer aber vor allem Geschmackssache. Meinen trifft’s nur bedingt. Der Wein ist ein typischer Degustationsschmeichler. Einmal mehr handelt es sich um einen sehr speziellen helvetischen Weisswein, für den die ideale Essenpaarung noch gefunden werden muss. Trotzdem ein Schweizer Qualitätsprodukt von Germanier: 16 Punkte.

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Unter der Rubrik kurz angenippt findest du Weine, welche mir irgendwo über den Weg liefen, aber nicht genauer getestet werden konnten. Die Notizen sind kurz und knapp, die Punktevergaben eher als Anhaltspunkt, denn als absolutes Mass anzusehen. Die Weine werden daher auch nicht in den Charts gelistet.

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Let’s Woo! – Aufricht, Grauburgunder 2012

Jenseits des Bodensees gibt es eine umtriebige Winzerfamilie. Die Aufrichts. Der Name ist Programm. Wenigstens bei mir. Unlängst landete nämlich eine Flasche ihres 2012er Grauburgunders in meinem Domizil. Zum Glück, kann ich da nur sagen. Denn der Meersburger provozierte auf Anhieb einige Oohs und Aahs. Flaschentester wird zum Woo-Girl. Wenigstens für einen Abend lang. Warum? Lest selbst.

Jetzt mal ganz unter uns, wer hätte gedacht, dass Süddeutscher Wein was kann? Meine Kurztrips in die ufernahe germanische Landschaft waren bisher vor allem durch zwei sich wiederholende Umstände geprägt: Schlechten Spätburgunder und bis zum Rand gefüllte Rotweingläser, oder aber einfache Weisse, mit welchen man Bodenseefisch  unspektakulär aber durchaus passend runterspülen kann. Ich Ignorant, ich. – Flaschentester bittet offiziell um Absolution. Danke.

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Familienidylle am Bodensee: Drei Generationen Aufricht.

Umdenken ist angesagt. Baden-Württemberg, mein Interesse ist geweckt. Schuld daran ist die bedauerliche Schliessung der Weinhandlung zum Turm in St. Gallen. Denn wie ein Phönix aus der Asche schiesst an derselben Location schon das nächste Geschäft aus dem Boden. Eines das sich auf Spirituosen spezialisiert hat: Glen Fahrn zum Turm. Im Schaufenster stehen kurz vor Weihnachten auch einige Rotweinflaschen. Protzboliden aus Bordeaux. Doppelmagnum und Impérial lassen grüssen. Also nichts wie hinein, da muss es schliesslich auch Wein geben.

Meine Degustationspartnerin begleitet mich. Wir betreten das Lokal und lassen Whiskey und Cognac links liegen. Schnurstracks geht’s Richtung Keller. Und siehe da, etliche Weinflaschen besetzen die Regale des Gewölbes. Schön. Beeindruckend vor allem die Bordeaux-Vollversammlung. Wohl sortierte und vor allem trinkreife Flaschen zeigen sich von ihrer besten Seite. Da steckt Herzblut darin. Auch der Sauternes-Liebhaber kommt nicht zu kurz. Nach kurzem und sehr angenehmem Smalltalk mit dem Sommelier Steffen Haasl, empfiehlt uns dieser einige Flaschen der Aufrichts. Wir entscheiden uns für den 2012er Grauburgunder. Schliesslich steht abendlich Risotto auf dem Programm. Und was passt da besser? Eben.

Eine Lilie schmückt die Burgunder-Flasche, das Signet für die Spitzenlinie des Winzers. Ich schenke ein. Der Wein ist quittengelb. In der Nase Honigmelone, Grapefruit, Birne, Gräser und Stachelbeere. Im Mund erkennt man auf Anhieb einen typischen Grauburgunder. Was dann kommt ist einfach der Hammer: Ein breiter, fetter und vor allem nussiger Weisswein mit Druck. Wunderbarste Säure, langer Abgang und ein Nachhall mit diesem faszinierenden prickelnden Element. Der Wein hat Schärfe, oder hebt diejenige der Speise wenigstens aufs Wunderbarste hervor. YES! Ein Bilderbuch-Grauburgunder. Was für eine Entdeckung!

Aufrichts, ihr habt mich kalt erwischt. Euer Grauburgunder ist einfach nur fett. Von Anfang bis Ende. Mit und ohne Essen und überhaupt. Die nächsten Ferien am See sind gebucht. Ein Besuch bei euch scheint unausweichlich. Noch heute schallen Woos und Aahs im Casa Flaschentester nach. Meine Nachbarn haben sich unterdessen daran gewöhnt. Ich gebe 19 Punkte und fahre mein Lautsystem wieder auf eine angenehm zurückhaltende und vor allem leise Swissness runter.

Aufricht 2012 GBPunkte: 19/20
Passt zu: Risotto
Preis: Fr. 22.-

 

Aufrichts Grauburgunder gibt’s bei Glen Fahrn in St. Gallen. Andere Weine desselben Winzers zum Beispiel bei whiskyworld.de


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Bye Bye Winterschlaf

Die Weihnachtsengel sind ausgeflogen, die Neujahrsraketen verpufft, der Alltag hat Flaschentester eingeholt. Damn! Ganz weit oben auf meiner nie enden wollenden ToDo-Liste stehen vor allem zwei Dinge: Bloggen und nochmals Bloggen.

Wenn einem sogar Kollegen der schreibenden Zunft eine gewisse Faulheit nachsagen, wird’s wohl endgültig Zeit, die Finger kräftig zu dehnen und unverzüglich in die Tasten zu hauen. Mehr Output muss her. Sofort. Trinken kann ich später wieder. So viel zum Input. Aber worüber schreibt man, kurz nach dem Erwachen aus einem längeren Online-Winterschlaf? Für einen Jahresrückblick ist es definitiv zu spät. Was bleibt ist die Zukunft. Wie immer. – „Vorwärts vorwärts!“, ruft dann auch sofort der kleine, imaginäre Sommelier auf meiner linken Schulter. Sein Gegenspieler rechts meint, ich soll aufhören zu sinnieren und endlich mal Klartext reden. Also, here we go. Meine Ziele für 2014:

  • Weinmessen & Degustationen: Besuchen, trinken, darüber schreiben. Fertig.
  • Burgunder: Der jugendliche Flaschentester versucht eine vorsichtige Annäherung an das uralte und unendliche Thema.
  • Riesling, Riesling, Riesling: Tauchgänge in das breite Geschmacksspektrum meiner grossen Liebe.
  • Vernetzung: Gastbeiträge und vermehrte Kontaktaufnahme mit anderen Hedonisten und artverwandten Schreiberlingen.
  • Schweizer Wein, schenk‘ ich ein. Und zwar mehr und mehr.
  • Neue Winzer, neues Glück: Frische Weine braucht mein Glas!
  • Let’s talk about wine: Erste Gehversuche als Interviewer. Ganz analog, von Blogger zu Mensch sozusagen.
GlasComputerOK

Wachgeschüttelt nicht gerührt: Flaschentester startet ins 2014. Etwas verspätet, aber fit wie ein Turnschuh, Grösse 46 selbstverständlich.

An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an alle Stefans, Joels, Romans, Andreas, Fionas und wie ihr alle heissen mögt, die ihr meinen Blog lest. Schön, dass es euch gibt. Bis zum nächsten Artikel! Der kommt bestimmt. Schon bald.

Wann denn jetzt genau? Ähm…, ziemlich bald. Versprochen. Ehrlich. Wirklich.


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Was zu pechern: Château Pech-Latt, Grande Réserve, Corbières 2012

Bio = teuer. Seitdem Bio-Produkte salonfähig geworden sind, hat sich diese Formel in den Köpfen vieler Konsumenten eingebrannt, wie ein heisses Eisen in einen texanischen Pferdehintern. Dass das Bild vom teuren Biowein so gar nicht mehr stimmt, ist auch in Flaschentesters Trinklabor mehrmals klargestellt worden.

Selbst die meisten Grossverteiler scheinen den Ruf nach geniess- und bezahlbaren Bioweinen schon länger erhört zu haben. Ihr wollt Beweise: Vor kurzem stolpere ich in Basel über einen sehr trinkbaren Franzosen. Der Preis erstaunt, der Geschmack ebenfalls. Zurück in der Ostschweizer Metropole mache ich mich auf den Weg zum Coop-City. Und da steht er sogar im Regal, der Pech-Latt. Es ist ein niedliches, kleines Fläschchen. Auf der Kapsel der Naturaplan-Schriftzug. Der Preis ist ebenfalls klein. Sehr klein sogar. Gerade mal Fünf-Fünfundneunzig kostet das Kleinflaschenformat des Bio-Franzosen. Meinen Geldbeutel freut’s. Schliesslich kann auch Flaschentester nicht jeden Tag teures französisches Gesöff in die Einkaufstüte packen.

Château Pech-Latt

Das Weingut gehört bereits seit Anfang der 90er Jahre zum Kreis der Südfranzösischen Bio-Betriebe. Die Umstellung auf Öko erfolgte unter der Regie des legendären Winzerführers Jean Vialade. Kurze Zeit später übernahm der damals noch junge Önologe Philippe Matthias die Führung und baute das Gut zu einer grossen und modernen Produktionsstätte aus. Eine Finanzspritze des burgundischen Winzers Louis Max ermöglichte zudem die Modernisierung des Kellers. Von da an ging’s weiter bergauf.

Jean Vialade

Bio-Attitüde im Gesicht? Jean Vialade.

Wir befinden uns in den Corbières. Das Gebiet, welches zum Languedoc gehört, erzeugt unterdessen etwa ein Prozent der Gesamtproduktion Frankreichs. Die Weine hier werden besser und besser. Es ist eines der aufstrebenden Gebiete des Landes. Die Weinberge des Guts liegen direkt am Fuss des Berges Alaric. Die Trauben werden von Hand gelesen. Für die Rotweine wird nur voll ausgereiftes Lesegut verarbeitet. So weit der Werbetext. Klingt gut. Mal sehen, ob sich das in der Qualität niederschlägt.

Der Pech-Latt ist eine Rotwein-Cuvée aus Carignan, Grenache und Syrah. Nachdem ich eingeschenkt habe, nehme ich einen ersten Schluck. Bah! Viel zu warm, das Ding muss sofort nach draussen, in den Naturkühlschrank. So viel Bio muss sein. Schliesslich ist es Winter, und Flaschentesters Balkon bietet die ideale Umgebung um den Roten schnell einige Grade runterzukühlen. Dekantiert habe ich den Wein nicht. Ist auch nicht nötig. Der Franzose ist entkorkt sofort trinkbereit. Schön. Einige Minuten vergehen. Zweiter Versuch: Ja, jetzt ist er temperaturmässig da wo er sein soll. Rubinrot liegt er im Glas, mit violetten Reflexen am Rand und farblich sehr dicht im Zentrum. Ich vermute mal das Grenache vor allem als Farbgeber beigegeben worden ist. Hauptzutat ist und bleibt regionstypisch Carignan.

Die Nase ist unglaublich intensiv. So unglaublich, dass sich der Duft weit über das Glas hinaus im Raum entfaltet. Es ist vor allem Cassis, aber auch enorm schwere, süssliche Noten von Pflaumen, dunklen Beeren, dann Teer, Vanille und Erde die sich zu einem olfaktorischen Erlebnis vermengen. Leider verflüchtigt sich das Bouquet kurz nach Flaschenöffnung merklich. Schade.

Philippe Matthias

Philippe Matthias.

Auch im Mund gefällt der Bio-Wein. Trotz mittelgewichtigem Körper schmeckt der Rotwein vollmundig. Ein Kräuterszenario drängt sich nach vorne: Waldpilze, Rosmarin und Moos kann ich erkennen. Der Abgang ist von ordentlicher Länge, der Nachhall dann etwas kühl, auch etwas sauer und ein ganz klein wenig sperrig – holzig. Die Tannine sind noch deutlich vorhanden. Der relativ hohe Alkoholgehalt von vierzehn Prozent macht sich überraschenderweise nicht weiter negativ bemerkbar. Weder trübt er den Gesamteindruck, noch den nächsten Morgen.

Der Südfranzose zeigt einmal mehr zwei Dinge auf: Erstens muss Bio-Wein nicht teuer sein, zweitens kriegt man auch zu diesem Preis einen schönen Rotwein ins Glas, der durch Charakter und Individualität besticht. Das Preis-Leistungsverhältnis ist ausserordentlich, der Wein übrigens auch für Veganer geeignet. Ich gebe 17 Punkte. J’ai fini.

Pech-Latt

Punkte: 17/20
Passt zu: Eintöpfen, herzhaften Fleischgerichten
Preis: Fr. 10.90

Den Pech-Latt Grande Réserve gibt’s bei Coop, andere Flaschen desselben Winzers zum Beispiel bei Probiowein/Deutschland.

 

 

 

 

P.S. Auf der Flasche steht „Enthält Sulfite“. Erst vor kurzem flatterte einigen Bio-Jüngern deswegen scheinbar recht heftig das Nervengewand. Bio-Wein und Schwefel! Das geht gar nicht! – Doch, doch das geht. Denn auch bei Bio-Weinen kommt dieser zum Einsatz. Denn Schwefel macht Wein haltbar. Und dafür gibt’s bis heute keinen adäquaten Ersatz. Zwar enthalten Bio-Weine meistens viel geringere Mengen an Sulfit – üblicherweise höchstens zwei Drittel der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstmenge – dennoch kommen auch diese nicht ohne den wichtigen Zusatzstoff aus. Punkt.


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Kurz angenippt: Dos Lagos – Aragonez 2010

Seit kurzem findet ihr unter der Rubrik kurz angenippt Weine, welche mir irgendwo über den Weg liefen, aber nicht genauer getestet werden konnten. Die Notizen sind kurz und knapp, die Punktevergaben eher als Anhaltspunkt, denn als absolutes Mass anzusehen. Die Weine werden daher auch nicht in den Charts gelistet.

Farbe

  • Schwarz-Violetter-Farbton
  • Durchblicken kaum möglich

Nase

  • Cassis, Leder, Lakritze, Teer, dunkle Schokolade

Gaumen

  • leicht adstringierend
  • sehr weich
  • Kräutrige Obertöne dominieren einen etwas schwächlichen, aber dennoch fruchtbetonten Körper
  • Holzeinsatz beinahe störend
  • Abgang von mittlerer Länge, deutliche Säure im Nachhall

Bewertung

  • portugiesischer Bio-Alltagswein, der schmeckt, 15 Punkte

Bezugsquelle

http://www.amiata.ch

DosLagos


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Riesling für den Niesling: Van Volxem Fuder 13, 2012

Flaschentester hat sich erkältet, als er wiedermal für seinen Blog mit dem Radl durch Eiseskälte und Schneeregen quer durch die Stadt einige Rote und Weisse besorgen ging. Die Nase tropft, die Ohren sind scheinbar mit Watte gefüllt. Als wäre das nicht schon genug, meldet sich der interne Bio-Sensor plötzlich mit einer leichten Erhöhung der Betriebstemperatur. Da hilft nur eines: Trinken.

In der Küche wartet schon der Hustensirup, weiter geht’s mit eimerweise Tee. Kaum ist die Tropfnase verklungen, nehme ich Abschied von den Tassen und halte meinen Rüssel endlich in ein anständiges Glas. Eins mit Riesling drin. Er hört auf den Namen Fuder 13.

Der Begriff steht an der Mosel für ein Weinfass mit sage und schreibe 1’000 Litern Inhalt. Nicht schlecht, Herr Specht – pardon – Niewodniczanski. So heisst nämlich der Mann, der 1999 das etwas eingeschlafene VDP-Weingut Van Volxem, ehemals Jordan & Jordan, übernahm und wieder auf Kurs brachte. Der Spross der Bitburger-Führungsriege, schien von Anfang an ein glückliches Händchen und genügend Geld für die Neuorganisation des deutschen Traditionsbetriebs zu haben. Auch seine Philosophie scheint erfolgsversprechend zu sein: Lese von Hand, Ertragsreduzierung an den Reben und akkurate Laubwandarbeit werden bei dem Online-Nachschlagewerk gelistet. Die Weine gären ausserdem ohne Zusatz von Industriehefen und werden nicht geschönt. Traditionell ist auch das Vergären des Mosts im besagten Fuder. An der Saar ist Bio angesagt. Und wie.

Das klingt ja schon mal gut. Mehr ist auch mit Hilfe von Van Volxems Homepage leider nicht in Erfahrung zu bringen. Diese besteht nämlich lediglich aus einer Art Diashow. Also müssen für diesen Artikel Sekundärquellen herhalten. Schade. Denn Roman Niewodniczanski macht auf Understatement pur, denke ich mir und nippe nochmals am Weissweinglas. – Der Mann kann das aber auch. Er hat Hirn, Moneten, Erfolg, Aussehen, Auszeichnungen und vermutlich auch sonst alles was man sich wünscht.

Dieses Bild vermitteln einem wenigstens die Medien – und auch das geschickte Marketinghändchen von Niewodniczanski himself. Denn, wenn man was über ihn liest, dann nur Märchenhaftes. Vom weissen Ritter ist die Rede, von einem Pionier, einem der alles richtig anpackt und ausschliesslich dem Wein und der Region dient. Hach, zu schön um war zu sein, diese streckenweise auf Boulevard-Niveau geschriebenen Artikel über den Riesling-Robin Hood. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Hochglanzbildern: Roman mit Hund. Roman im Weinberg. Roman im Frack. Roman als Actionheld. Roman im Büro. Die Liste liesse sich spielend fortsetzen. Dallas meets Denver Clan meets Falcon Crest. Egal, mich interessiert in erster Linie der Wein. Aufgeblasene Werbemaschinerie oder nicht, ich trinke und geniesse.

VanVolxem

Nein, keine neue Soap, sondern ein Winzer im Glück: Roman Niewodniczanski (rechts im Bild).

Denn das muss man den den deutschen Rieslingen lassen: Nirgendwo sonst auf der Welt erhält man solche Spitzenqualitäten zu derart moderaten Preisen. Selbst Grosse Gewächse kosten heute selten mehr als fünfzig Franken. Und auch ein einfacher Kabinett oder Gutswein kann bereits enorm Spass machen. Riesling ist toll. Riesling ist bezahlbar. Riesling macht Spass!

Der Fuder 13 liegt preislich im unteren Mittelsegment und stammt aus dem schönen Rieslingjahr 2012. Es handelt sich um die A-Klasse des Van Volxem-Sortiments. Was kann ich von dieser erwarten? Nun, wie beim deutschen Automobilhersteller, durchwegs Wertiges. Niewodniczanski’s Abfüllung besticht in der Nase durch allerlei gelbe Früchte. Man riecht Grapefruit, Ananas, Banane und etwas Zitrone. Der Duft ist durchaus betörend. Im Mund ist der Volx relativ unspektakulär. Die Säure ist angenehm, der leichte Sprudel gefällt, der Früchtekorb ist nach wie vor vorhanden. Ein Hauch Mineralität mischt sich ins Spektrum. Der Wein besitzt eine liebliche Attitüde, er ist süffig und unkompliziert, gleichzeitig aber auch angenehm erfrischend. Es ist ein Wein für Gelegenheitsgeniesser und solche, die sich geschmacklich nicht zu weit aus dem Fenster wagen wollen. Van Volxem’s Riesling ist schlicht ein sehr solider, vollmundiger Wein.

Für etwas mehr als zwanzig Franken erhält man einen überaus ordentlichen produzierten, und durch und durch traditionellen Riesling ins Glas. Es handelt sich um einen schönen fruchtigen Weisswein, der auf Anhieb Spass macht. Es gibt preisgünstigere Flaschen gleicher Qualität, keine Frage. Doch auch diese hier kann man bezahlen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist in Ordnung. Schliesslich wollen Van Volxem’s Webdesigner auch bezahlt werden. Und wenn noch einige Flaschen mehr des Fuders über die Ladentheke wandern, gibt’s vielleicht in naher Zukunft ausser Bildern, online inhaltlich auch mal was Nahrhafteres zu sehen. Schön wär’s. Ich gebe 17 Punkte. – Meiner Nase geht’s übrigens wieder besser. Danke der Nachfrage.

Fuder13

Punkte: 17/20
Passt zu: (Ziegen-)Käse, vegetarisch-würzigen Gerichten, kalten Platten, Bauern-Omelette
Preis: Fr. 21.00 / € 13.85

Van Volxem’s Fuder 13 gibt’s bei Mövenpick Schweiz oder Deutschland.


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Kurz angenippt: Gernot Heinrich – Zweigelt 2011

Seit kurzem findet ihr unter der Rubrik kurz angenippt Weine, welche mir irgendwo über den Weg liefen, aber nicht genauer getestet werden konnten. Die Notizen sind kurz und knapp, die Punktevergaben eher als Anhaltspunkt, denn als absolutes Mass anzusehen. Die Weine werden daher auch nicht in den Charts gelistet.

Farbe

  • Typischer Zweigelt-Violett-Ton

Nase

  • typisch auch das Kirschbouquet

Gaumen

  • im Mund schön fruchtig
  • einladend, animierend
  • einfache Struktur
  • Fassausbau merklich, wird aber nicht langweilig
  • mittelschwer, schöner Abgang, versöhnlicher Nachhall
  • gutmütiger Essensbegleiter

Bewertung

  • günstiger Heinrich für den Alltag, Glaskorken gewöhnungsbedürftig, 15 Punkte

Bezugsquelle

http://www.martel.ch

HeinrichZweigelt