Flaschentester

… schreibt über europäische Weine und verwandte Themen

Kurz angenippt

Kurz probiert, notiert und bewertet:

*Wein

Jahrgang

Notizen

Amigne de Vétroz, Germanier 2012 Im ersten Moment einfach nur sehr süss. Unglaublich intensiver Duft nach Honig. Erinnerungen an Met werden wach. Der Süsse trotzt glücklicherweise ausreichend Säure. Der Weisswein harmoniert am ehesten zu scharfen asiatischen oder indischen Gerichten. Er ist süffig, ermüdet aber auch den Gaumen relativ schnell. Ich bin froh, nur das Kleinflaschenformat aufgetischt zu haben. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Die Farbe, das Bouquet und der Geschmack sind tadellos, letzterer aber vor allem Geschmackssache. Meinen trifft’s nur bedingt. Der Wein ist ein typischer Degustationsschmeichler. Einmal mehr handelt es sich um einen sehr speziellen helvetischen Weisswein, für den die ideale Essenpaarung noch gefunden werden muss. Trotzdem ein Schweizer Qualitätsprodukt von Germanier: 16 Punkte.
Alma Mora, Cabernet Sauvignon 2008 Vollmundig, rund, modern. Dunkle Beeren, Rauch, Kaffee, Kirsche. Mittelschwer, reichlich Süsse, schmelziger Abgang, süffig. Unkomplizierte Essenspaarung. Preiswert. Ein Wein, der vielen schmecken dürfte. 16 Punkte.
Bründlmayer, Grüner Veltliner, Berg Vogelsang 2011 Typisches Veltliner-Gelb mit leichtem Grünstich. Wunderbar frische Zitrusfrüchte, ferner Pfirsich, kaum Pfeffer. Angenehme Säure. Mittelschwerer Körper. Durchaus süffig. Passt herrlich zu Roastbeef und Kalbsfilet. Guter Wert zum bezahlbaren Preis. 16 – 17 Punkte
Cantine Settesoli – Seligo Rosso Sicilia IGT

 

2012 In der Nase Kirschen, Rosmarin und Vanille. Auch etwas Leder, ferner ein Hauch Gummi. Die Farbe ist Schwarzrot, aufhellend am Rand. Am Gaumen füllt der Wein angenehm, schöne Säureintegration, fast schon süsslich. Holz, Teer, Leder, sprittige Note bei zu kalter Temperatur merklich vorhanden und etwas störend. Ebenfalls ein vegetabiles Spektrum vorhanden: Waldboden (Pilze, Moos), nasser Erdboden. Insgesamt rund, fruchtig, versöhnlich. Mittelschwerer Körper, weiche Tannine und ein angenehmer Abgang, gefolgt von einem fruchtigen Nachhall. Das Dekantieren kann man sich schenken. Der Wein passt zu Schweinefilet und vor allem Pasta sehr gut. Allerdings sollte man die Flasche austrinken und nicht im Kühlschrank über Nacht stehen lassen. Der Süditaliener ist dafür nicht geeignet. Das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut. Der Seligo Rosso ist ein unkomplizierter Italiener, eine gefällige, allgemein verträgliche Cuvée aus Shyraz und Cabernet Sauvignon. Vinifiziert wird der Rote in Sizilien, und zwar vom grössten italienischen Produzenten – Cantine Settesoli. Ich gebe 14- 15 Punkte.
Château du Rocher, Grand Cru, Saint-Émilion 2010 In der Nase Cassis, weitere dunkle Beeren, leicht vegetabile Anklänge, betont alkoholische Note, zurückhaltendes Bouquet. Relativ leichter Körper. Tannine (noch?) störend. Säure ebenfalls. Hohe Adstringenz. Grüne Noten auch im Gaumen. Kaum wahrnehmbare, metallische Anteile. Frucht wenig einladend. Evtl. Besserung in zwei, drei Jahren. Momentan verschlossen. Dekantieren bringt leichte Besserung. Gesamteindruck so oder so, sehr enttäuschend. Miserables Preis-Leistungsverhältnis. 12 – 13 Punkte.
Château Vieux Georget 2009 Zurückhaltendes Bouquet, Cassis, Veilchen, Stall- und Kellergeruch. Im Mund: Cassis, Schwertlilie, Eisen, Sprit, Rosmarin. Sehr dominante Säure, Tannine reichlich vorhanden, hohe Adstringenz. Eher leichter Körper, kurzer unspektakulärer Abgang. Dekantieren lässt den Wein weicher werden, die Säure ist aber immer noch unglaublich störend, 9 – 10 Punkte
Château Lascombes 2000 Leder, verschiedene dunkle Beeren, Stall, mittelschwerer Körper, Tannine schön im Hntergrund, angenehme Säure, etwas wenig Charakter, langer (erd-)beeriger Abgang, 15 Punkte
Château Macard 2009 schönes Bouquet, lieblich, voller Frucht, rote Beeren, weich, wenig Säure, voller Körper, süffig, typische bordelaiser Terroir-Anklänge, erstaunliche Qualität zu diesem Preis, jung geniessen, Trinkreife 2 – 3 Jahre, 15 Punkte
Collalto – Prosecco di Conegliano Kleingliedrige Perlage, schöne Mousse, duftet nach Apfel und Zitrusfrucht, leuchtet Strohgelb. Am Gaumen lieblich, versöhnlich, leider etwas zu wenig Säure vorhanden. Ein Prosecco für den Sonntagsbrunch: Süffig, ausgewogen, durchaus fruchtig. Gutes Preis-Leistungsverhältnis. 15 – 16 Punkte.
Cuvée Prestige brut, Blanc de Blanc, Cremant de Bourgogne, Louis Loron et fils  – Enttäuschende Mousse, Bouquet fruchtig, aber eindimensional. Apfel, etwas Butter. Am Gaumen vor allem sehr süss, zu limonadig, etwas plump. Nicht so trocken, wie das Ettiket vermuten lassen würde. Süffig, irgendwie ordinär. Zu teuer für das Gebotene. 12 – 13 Punkte
Dos Lagos, Aragonez 2010 Schwarz-Violetter-Farbton, Durchblicken kaum möglich. In der Nase Cassis, Leder, Lakritze, Teer und dunkle Schokolade. Im Mund leicht adstringierend, ausserdem sehr weich. Kräutrige Obertöne dominieren einen etwas schwächlichen, aber dennoch fruchtbetonten Körper. Der Holzeinsatz ist beinahe störend. Geht gerade noch so durch. Abgang von mittlerer Länge, deutliche – nicht störende – Säure im Nachhall. Portugiesischer Bio-Alltagswein, der gut schmeckt. 15 Punkte.
Heinrich, Gernot, Zweigelt 2011 Typischer Zweigelt-Violetton, typisch auch das Kirschbouquet. Im Mund schön fruchtig, einladend und trinkanimierend. Einfache Struktur. Fassausbau merklich. Wird aber nicht langweilig. Mittelschwer, schöner Abgang, versöhnlicher Nachhall.Gutmütiger Essensbegleiter. Günstiger Heinrich für den Alltag. Der Glaskorken ist gewöhnungsbedürftig. 15 Punkte.
Kerschbaum, Blaufränkisch Hochäcker 2009 Dunkles Purpur. Weiche Tannine, samtig, schön integriertes Fass. Kirsche, Lakritze, Holz. Wunderbares Süss-Säurespiel. Fruchtig-fleischiger Körper, langer Abgang mit zartem Schmelz, Toller Blaufränkisch. 17 – 18 Punkte
Le Marognole, Valpolicella Classico Superiore Ripasso 2008 Rubinrot mit schwarzem Kern, würziges Bouquet: Rosmarin, Nelke. Früchte: Kirsche, Pflaume. Holz. Leichter Körper, reichlich Tannine. Deutliche Säure. Herb. Mittellanger Abgang. Zu massiver Barrique-Einsatz. Insgesamt ein ursprünglicher, aber etwas zu säurebetonter Ripasso. 14 – 15 Punkte
Malanser Completer Barrique AOC, VOLG Weinkellereien 2009 Leuchtendes Hellgelb, Dezentes Bouquet von Zitrusfrüchten, Barrique und mineralischen Noten. Im Mund äusserst spannend: komplexes Spiel aus Säure, Süsse, Würze und Mineralischem. Wohl dosierter Holzeinsatz. Schwerer, fülliger Körper mit reichlich Druck. Langer Abgang mit ausgewogenem Nachhall aller Komponenten. Einzigartiger Schweizer Weisswein. 17 – 18 Punkte.
Mauler Cuvée Tradition, Rosé Demi-sec Farbe und Herstellung: Oeil de Perdrix. Duftet zurückhaltend nach Rosen. Im Mund dann lieblich, weich, fruchtig und saftig. Kurz aufschäumende Mousse, mittelgrosse Perlage. Sanfte, aber reife Noten im Bouquet und am Gaumen, leichte Röstaromen, ausgezeichnet balanciert. Ein Genuss, zum Brunch und auch sonst. Toller Schweizer Schaumwein. 17 – 18 Punkte
Michel Torino Coleccion Reserve 2012 mittelschwerer Wein, fruchtig, Sprit, Fass, dominante Säure, eher harte Tannine, lange dekantieren, 12 Punkte
Montezovo, Amarone della Valpolicella DOC 2010 Purpurfarben, verhaltenes Bouquet, wenig einladend, (zu) wenig Gewicht, total unausgewogen, Würze, Säure und Frucht spielen nicht zusammen kantig, sperrig, grün, dominante Säure, wirkt kühl, kaum vorhandene Frucht, extrem kurzer Abgang, maximal 12 Punkte, insgesamt sehr enttäuschend und nicht im geringsten Amaronetypisch
Pommery Brut Royal Schöne Mousse, fruchtig, angenehme Säure, süffiger Rundumglücklich-Champagner, sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, 18 Punkte
Preisinger, Zweigelt 2011 Perfektes Rubinrot mit schwarzem Kern, herrlich beeriges Bouquet, rund, vollmundig, fruchtig, mit einer tollen Balance aller Komponenten und einem schmelzigen Abgang, toller Bio-Zweigelt vom Neusiedlersee, 18 – 19 Punkte
Reichsrat von Buhl, Julie Riesling Kabinett 2011 Zitrusfrüchte, trotz reichlich Restsüsse etwas dominante Säure, deutliche Mineralität, leichter Körper, Trinkreife bis 6 Jahre, schöner Gutsriesling für den Alltag, 15 Punkte
Settesoli, Syrah di Sicilia IGT 2012 Granatrot, Nase wie auch Gaumen bringen vor allem Kirsche. Eher leichter Kröper. Leichte Extraktsüsse. Unspektakulärer Abgang Insgesamt sehr eindimensional. Gemacht für Gelegenheits-Weintrinker. Enttäuschend, aber trinkbar. Fastfood-Wein. 13 Punkte.
Silvia Imparato, Core di Montevetrano 2011 Nase: Johannisbeere, Zwetschge, Vanille, insgesamt süsslich und einladend. Farblich rot-violett mit schwarzem Kern. Leicht ölig. Im Mund etwas adstringierend. Säure und noch etwas harte Tannine wiederspiegeln das jugendliche Alter des Weins. Der Körper ist durchaus fleischig, fruchtig und eher schwer. Zu den eingangs erwähnten Duftnoten gesellt sich vor allem Lakritze. Der Abgang ist lange, bringt Vanille und – leider – Säure. Im Nachhall macht sich Trockenheit breit. Der Wein muss noch gelagert werden. Reife noch nicht erreicht. 16 – 17 Punkte.
Tante Hedy Wy, Ochsentorkel Thal 2010 Leuchtendes Purpurrot, typische Pinot Noir-Nase, vor allem Kirsche, sehr fruchtig, intensiv. Im Mund weich, relativ dicht und vollmundig für einen Ostschweizer Blauburgunder. Geringe Säure, weiche Tannine, süsslicher Schmelz. Leichter Körper, kurzer, weicher Abgang. Insgesamt ziemlich versöhnlich, jedoch eindimensional und nach dem ersten Glas etwas langweilig, 14 – 15 Punkte
Tres de Azul y Garanza 2009 Rubinrot, sehr eigenes Bouquet: Lakritze, Dunkle Beeren. Mittlere Adstringenz, deutlich vorhandene und etwas störende Tannine, leichter Körper, angenehmer Abgang von mittlerer Länge, Würzig-fruchtige, ganz eigene Note, einfacher Landwein, leider viel zu teuer für das Gebotene, 13 Punkte
Wachau, grüner Veltliner 2012 Typische, gelb-grüne Farbe, wenn auch etwas blass. Duftet intensiv, fruchtig und frisch. Zitronenzesten, Lindenblüten und ein Potpourri aus Gräsern strömen einem entgegen. Im Mund schön ausgewogen. Süffiger NoName-Grüner Veltiner, mit angenehmem Süss-Säure-Spiel. Auch die erwartete Schärfe im Abgang lässt er nicht vermissen. Es fehlen jedoch v.a. Druck und Tiefgang. Bzgl. Preis-Leistung jedoch unschlagbar. 15 Punkte.
Wein einer Nacht – Wein Berneck 2009 Aprikosenfarben, im Glas ölig. Bouquet: blumig, Rose, Lavendel, Stroh. Im Mund: Frühlingsblumen, Rosenwasser. Leichter Körper, säurebetont, fruchtig, sprittig, intensiv und doch schnell langweilig. Unausgewogen, mit sehr speziellem Eigengeschmack. Keine Kaufempfehlung, 11 – 12 Punkte
Willm SA, Alsace Gewürztraminer Réserve 2011 Blasses Quittengelb. Nase: Honig, Pfirsich, Melone, Rose, Litschi, etwas Birne, erinnert an manchen Riesling QbA oder ferner auch an Sauternes. Erster Eindruck: Sehr süss, schöne Säure. Eher leicht, trotzdem spritzig. Kitzelt. Fassausbau deutlich. Würzig. Allzu schneller Abgang. Dieser würzig-säuerlich. Passt zu Käsevariationen, Asiatischem und Desserts, 14 Punkte.

 

* Das können ausnahmsweise auch manchmal aussereuropäische Tropfen sein.

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