Flaschentester

… schreibt über europäische Weine und verwandte Themen


Ein Kommentar

Coop – Weinmesse Basel 2013

Es ist Herbst. Die alljährlich wiederkehrenden Messen öffnen pünktlich ihre Tore. Flaschentester und sein Team möchten dem Rummel der Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung – besser bekannt als OLMA – um jeden Preis hinter sich lassen. Flink suchen sie das Weite. Dank ausgefahrener Ellbogen erreichen sie trotz zahlreicher, in St. Gallen ankommender Besuchermassen den Zug Richtung Nordwestschweiz. Ziel: Die etwas ruhigere Coop Weinmesse im Restaurant Schützenhaus in Basel.

Coop Weinmessen

Coop’s Weinmesse: Ein Wanderzirkus durch die Schweiz.

Zwei Stunden und sechzehn Minuten später erreichen wir die Schweizer Pharma-Metropole. Ich freue mich, den TGV verlassen zu können. Nur mit etwas Glück, ergatterten wir in Zürich die letzten zwei Sitzplätze. Eng ist er, der französische Hochgeschwindigkeitszug. Da nützt auch der seitlich angebrachte Schriftzug wenig: TGV Geschwindigkeits-Weltrekord 574,8 km/h. Nun gut. Das gebuchte Hotel stimmt versöhnlich. Es liegt zentral, das Personal ist freundlich, der Preis stimmt und das Interieur wirkt, trotz der alten Bausubstanz von 1899, zeitgemäss. Wir checken ein.

Coop Weinmesse 2013 Eingang

Wo geht’s hier zu den Ritterspielen, pardon, der Weinmesse?

Um 13.30 Uhr stehen wir an der Haltestelle Centralbahnplatz. Die Sonne scheint. Trotzdem ist es eiskalt. Gefühlte fünf Grad Celsius. Neben uns stehen Fastfood-essend und Cola-schlürfend, der Kälte zum Trotz, ein paar Jugendliche. Ein Gedanke drängt sich auf: Mit leerem Magen ist nicht gut degustieren. Vor allem nicht die unglaubliche Zahl von dreihundert Weinen, welche uns in Kürze erwarten. Da kann man noch so schlürfen und ausspucken. Der durch die Mundschleimhaut absorbierte Alkohol lässt keinen noch so trainierten Degusteur nüchtern. Kurz entschlossen machen wir also Halt bei der nächsten Kebap-Bude. Einen Döner später fahren wir gestärkt und guter Dinge mit dem 3er Tram Richtung Schützenhaus. Im Eingangsbereich erwarten uns zwei Empfangsdamen: „Einladung, oder Supercard?“ Ich krame letzteres aus meinem Portemonnaie. Wer beides nicht sein Eigen nennt, zahlt faire zwanzig Franken Eintritt. Umgehend erhält man ein Hochglanzprogrammheft und ein Degustationsglas in die Hand gedrückt. Die Mäntel bleiben draussen. Wir betreten gespannt das weisse Zelt.

Alles macht einen aufgeräumten Eindruck. Dem Besucher bieten sich über zwanzig verschiedene Stände in etwas steriler Zeltatmosphäre. Jeder Tisch bietet einen geographischen bzw. thematischen Schwerpunkt. Einschenken muss man nicht selber. Das anwesende Personal ist durchwegs sympathisch, hilfsbereit und vom Fach. Sehr angenehm. Lediglich die angebotenen Brotstückchen scheinen vom Vortag zu sein. Schade. Im Raum stehen strategisch verteilt Wasserspender. Abfalleimer und Hinweisschilder zum Auffinden der Toiletten sucht man jedoch leider vergeblich.

Zum eigentlichen Highlight, den Weinen: Den Einstieg in den Degustationszirkel bilden Schweizer Weissweine, natürlich gefolgt von solchen jenseits der helvetischen Grenzen. Weiter findet man Schweizer Rotweine, Österreicher, Südfranzosen, solche aus Bordeaux und Italiener. Ab Stand Zwölf folgen erst Vertreter des diesjährigen Gastlandes Portugal, dann Spanier, Weine aus Übersee, Produkte des Gastproduzenten Domaines Barons de Rothschild, gefolgt von hier sogenannten Boutique-Weinen höherer Preisklassen, einer Auswahl an Süssweinen und zu guter letzt vor allem französischen Raritäten (Mouton Rothschild, Lafite etc.), welche jedoch nicht degustiert werden können, sondern lediglich für den direkten Verkauf gedacht sind.

Coop Weinmesse 2013 Besucher 2

Coop’s Durchschnittspublikum: Ü40, als Pärchen oder im Rudel unterwegs, massiv fachsimpelnd.

Kurz gesagt: Coop bietet dem Vinophilen die volle Breitseite. Es stehen über 300 Weine perfekt temperiert in den Startlöchern. Zu meinem Erstaunen werden jedoch überwiegend Weine angeboten, welche bei Coop-Filialen nicht erhältlich sind. So findet man geschätzte 250 Exklusiv-Angebote auf der Coop-Weinmesse. Exklusiv bedeutet nur hier erhältlich. Klingt unlogisch, ist es irgendwie auch. Vor allem bei dieser Gewichtung. Dafür gibt es ab einer Bestellung von zwölf oder mehr Flaschen zwanzig Prozent Rabatt. Na ja. Ich hätte lieber mehr Weine aus dem Coop-Sortiment gesehen. Deshalb entscheide ich mich dafür, hier ausschliesslich die in den Filialen erhältlichen zu besprechen.

Los geht’s. Stand Eins. Hier gefällt uns auf Anhieb die sehr spezielle Cuvée der Domaine la Capitaine. Diese hinterlässt beinahe so komplexe Eindrücke wie der hier bereits besprochene Johanniter. Der am selben Stand anzutreffende Zürcher Staatsschreiberwein, ebenfalls eine Cuvée, macht vor allem als Apérowein eine gute Figur. Überzeugend sind aber vor allem die Weissweine Walliser Provenienz. Allen voran die beiden Abfüllungen des Labels Maître de Chais. Da wären ein überaus fruchtiger Heida, und ein etwas weniger überzeugender, aber immer noch sehr schöner Petite Arvine der selben Genossenschaft. Mit dem Humagne Blanche Bibacchus schwenken wir einen Weisswein, der förmlich nach Raclette zu lechzen scheint. Herausragend auch der Amigne de Vétroz von J. R. Germanier. Eine Honigbombe erster Sahne. Süffig ohne Ende. Dicht, ausgewogen, füllig sind Attribute, die einstimmig genannt werden.

Auf Bitten hin, schenkt uns eine sehr freundliche Dame einen deutschen Weissburgunder, genauer eine Spätlese, ein. Sie stammt von der Badener Spitzenlage Auggener Schäf. Ein fruchtbetonter Weisswein. Ein Elsasser Riesling, sein Wachauer Pendant so wie ein Riesling Smaragd – ebenfalls aus der Wachau -, wissen zwar ebenfalls zu gefallen, sind aber leider nicht in Coop-Filialen erhältlich. Also gleich wieder vergessen. Danke.

Zu den Rotweinen: Die deutschschweizer Blauburgunder sind insgesamt nicht der Rede wert und entsprechen dem Erwarteten. Guter Durchschnitt, nicht mehr. Auch der Walliser Cornalin fällt etwas ab. Erfreulich sind hingegen der ebenfalls aus dem Wallis stammende Humagne Rouge, so wie der Tessiner Merlot Rubro Valsangiacomo.

Coop Weinmesse 2013 Besucher 3

Die Kronleuchter machen beinahe vergessen, dass man sich in einem Zelt befindet.

Bei den Österreichern schmeckt Scheiblhofer’s Cabernet Sauvignon herausragend. Johann Schwarz’s Modewein Schwarz Rot enttäuscht hingegen. Ein Zweigelt vom im Burgenland ansässigen Winzer Moser, schmeckt durchschnittlich. Der Preis entspricht mit über zwanzig Franken ebenfalls nicht dem Gebotenen. Preisingers Pannobile zaubert uns dann hingegen ein Lächeln ins Gesicht. Leider sind auch die österreichischen Weine Exklusiv-Angebote der Messe. Schade. Einmal mehr. Gerade bei den Österreichern könnte Coop sein Sortiment gerne erweitern.

Mit dem Weinglas in der einen und einem Spuckbecher in der anderen, schlendern wir nach Südfrankreich. Pardon, zum nächsten Stand. Nebenbemerkung: Nachdem ich vor kurzem bei Mövenpick einer leider nur allzu enttäuschenden Südfrankreich-Degustation beiwohnte, erwarte ich hier so gut wie nichts.

Aaah, wie kann man sich irren! Gott sei Dank. Wir verkosten vier Weine. Und so viel vorweg: Keiner enttäuscht uns! Selbst der äusserst preiswerte Corbières Grande Réserve des Châteaus Pech-Latt überzeugt auf seine minimalistische Weise. Komplexer zeigen sich der Gigondas Terra Amata, der Terre d’Argile Domainde de la Janasse und mein Favorit: Der Gigondas von E. Guigal. Ein Südfranzose mit Druck. Rund, gehaltvoll, ausgewogen und ziemlich fett. Toll! Meine Vorurteile sind wiederlegt. Degustationsnotizen folgen in diesem Blog. Versprochen.

Bei den Bordeaux überrascht uns vor allem der im Programm als Tipp deklarierte Château de Pressac. Ein 2010er aus St. Emilion. Ein Toller Bordeaux unter dreissig Franken. Und du ahnst es, natürlich ist auch dieser nicht in Coop-Filialien erhältlich. Mist. Verdammter!

Châteaux Rollan de By, Sociando-Mallet und den Chasse-Spleen gibt’s hingegen in grösseren Coops (ist das der korrekte Plural?) deiner Wahl. Der Sociando befindet sich zwar offensichtlich noch vor seiner eigentlichen Trinkreife, macht aber bereits mächtig Spass. Da verkneif‘ ich mir dann auch mal das Ausspucken. Meine Degustationspartnerin meint sowieso, sie spucke nie aus. Der Wein sei dafür viel zu schade. Tja, irgendwie kann ich ihr Argument ja nachvollziehen. Gerade bei Weinen solcher Qualität.

Zurück zum Thema: Auch der Rollan de By und vor allem der Chasse-Spleen überzeugen bereits jetzt. Fragezeichen hinterlässt vor allem der 2010er Phélan Ségur. Er scheint noch ein paar Jährchen reifen zu müssen. Dominante Tannine und ordentlich Säure machen es äusserst schwierig, abzuschätzen, wie er sich in Zukunft entwickeln wird. Parker gibt ihm 90/100, Gabriel 18/20 Punkte. Wir verlassen uns darauf.

Coop Weinmesse 2013 Werkzeug

Flaschentester’s Werkzeug: Glas, Spuckbecher, Messeplan und Kugelschreiber.

Einige Schritte entfernt liegt Stand Zehn und damit Italien. Süditalien mit seinen Primitivos und Salice Salentinos lassen wir aussen vor. Langsam geht uns nämlich ein wenig die Puste aus. Über sechzig Weine fanden schon den Weg in unsere Gläser. Da kann man die einfacheren Tischweine schon grosszügig übergehen.

Ähnlich wie die roten Südfranzosen bei Mövenpick, enttäuschten im September bei Martel/St. Gallen auch viele der degustierten italienischen Rotweine. Umso gespannter bin ich auf die Auswahl von Coop. Empfehlen kann ich den 2006er Langhe DOC Bricco Manzoni Rocche dei Manzoni. Auch einem der günstigsten, dem Naturaplan Bio Chianti kann man Einiges abgewinnen. Eine Überraschung zu dem Preis. Schön auch der Brunello di Montalcino DOCG Tenuta di Sesta so wie der Toscana IGT Lucente. Als letzten Südeuropäer verkosten wir den Amarone von Zeni. Auch dieser bietet ein sehr ordentliches Preis-Leistungsverhältnis.

Bei den portugiesischen und spanischen Weinen müssen wir leider passen. Beinahe sämtliche Flaschen sind Exklusivangebote, und somit ebenfalls ausschliesslich auf der Messe erhältlich bzw. zu bestellen. Ähnlich verhält es sich mit Weinen der Domaines Barons de Rothschild. Auch die Stände mit den Überseeweinen übergehen wir. Schliesslich hat Flaschentester Prinzipien.

Das Ende der Degustation bilden Süssweine. Ein Klassiker, der ungarische Tokaji, schmeckt wie erwartet überzeugend. Sehr erfreulich mundet uns auch der dunkelrote Recioto aus dem Valpolicella. Bestimmt eine schöne Sache. Zum Beispiel zu Beeren-Parfaits und fruchtigen Sorbets. Auch weihnachtliche Süssspeisen kommen als Essenspaarung für den italienischen Süsswein in Frage. In Mangel dessen beschränken wir uns auf trockenes Brot. Bäh! – Es gibt Besseres.

Nächste Probe: Laut Sommelier überzeugt der Muscat de Beaumes-de-Venise vor allem weibliche Messebesucherinnen. Eine Aussage, die wir einhellig nachvollziehen können. Dieser letzte von uns verkostete Tropfen ist leicht, frisch und blumig. Ein schöner Kontrast zu den doch enorm viel körperreicheren Süssweinen à la Rieussec und Konsorten an Stand 21.

So, fertig degustiert.

Etwas erschlagen erreichen wir das Hotel. Das war doch ne Menge Holz, Verzeihung, Wein für einen Tag. Ich trink‘ jetzt erstmal ein Glas Wasser und werte meine Notizen aus. Trommelwirbel und Ta-ta-ta-taaaa – hier ist Flaschentesters Zusammenstellung für Freundinnen und Freunde der Supercard:

Bezeichnung

Farbe

Jahrgang

Herkunft

Punkte

Preis

Gigondas AOC E. Guigal rot 2010 Frankreich

18-19

27.00

Ch. Chasse-Spleen Moulis en Médoc AOC rot 2010 Frankreich

18

39.90

Ch. Sociando-Mallet Haut Médoc AOC rot 2010 Frankreich

18

61.00

Tokaji Aszu 5 Puttonyos Disznokö Süsswein 2007 Ungarn

18

37.00

Ticino DOC Merlot Rubro Valsangiacomo rot 2009 Schweiz

18

39.00

Valais AOC Petite Arvine Maître de Chais weiss 2011 Schweiz

17-18

18.80

Amarone della Valpolicella DOC Vigne Alte Fratelli Zeni rot 2010 Italien

17-18

32.50

Valais AOC Amigne de Vétroz J. R. Germanier weiss 2012 Schweiz

17-18

19.00

Valais AOC Heida Maître de Chais weiss 2011 Schweiz

17

19.10

Ch. Rollan de By Médoc AOC rot 2010 Frankreich

17

29.90

Coop Naturaplan Bio Corbières AOC Grande Réserve Château Pech-Latt rot 2012 Frankreich

17

10.90

Coop Naturaplan Bio Gigondas AOC Terra Amata rot 2012 Frankreich

17

14.90

Recioto della Valpolicella DOC Classico Fratelli Zeni Süsswein 2011 Italien

17

15.50

Langhe DOC Bricco Manzoni Rocche dei Manzoni rot 2006 Italien

17

32.50

Toscana IGT Lucente rot 2010 Italien

17

31.00

Coop Naturaplan Bio Chianti Classico DOCG Concadoro rot 2011 Italien

16

12.50

Muscat de Beaumes-de-Venise AOC Fenouillet Süsswein 2012 Frankreich

16

15.90

Coop Naturaplan Bio Cuvée Noble Blanc La Côte Domaine la Capitaine weiss 2012 Schweiz

15-16

19.90

Zürich AOC Staatsschreiberwein Cuvée Blanc Prestige weiss 2012 Schweiz

15

14.50

Valais AOC Humagne Blanche Bibachhus weiss 2012 Schweiz

15

15.90

Valais AOC Cornalin Maître de Chais rot 2010 Schweiz

15

21.50

Weisser Burgunder Spätlese Winzerkeller Auggener Schäf weiss 2012 Deutschland

15

10.90

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Château Partarrieu, Sauternes AOC, 2011

Kampf dem Januarloch: Teil I – Ein alljährliches Ereignis erschwert den Genuss. Nein nicht Weihnachten, Silvester und dergleichen ist gemeint, sondern der Umstand, dass in vielen Brieftaschen pünktlich zum Neujahrsbeginn gähnende Leere herrscht. Deswegen auf Wein verzichten? Mineralwasser und Sirup kredenzen? Ne, ne, geht ja gar nicht, so was. Also: Alle Jackentaschen checken, Billettautomaten auskratzen und Geheimfächli im Portemonnaie leeren! Diesen Monat geht’s ausschliesslich um Flaschen unter zehn Franken.

Mein Sparprogramm beginnt im Denner. Auf dessen Homepage finde ich einen Sauternes. Ja, einen Sauternes. Richtig, im Denner. Auch ich habe gestaunt. Denners Wein der Woche wird als 50cl-Flasche verkauft. Es handelt sich um einen 2011er. Produzent ist Château Partarrieu. Noch nie davon gehört? Mir geht es genauso. Nichtsdestotrotz möchte ich wissen, was ich von einem NeunFrankenFünfundneunzig-Noname-Franzosen erwarten kann. Im Netz findet man von Herstellerseite nämlich keine Informationen, nicht mal eine Homepage. – Die Spannung steigt.

Januarloch

Maximalbudget im Januar: Zehn Franken

Nachdem ich fünf Minuten vor Ladenschluss die Flasche bei einem Feierabendreifen Angestellten bezahle, wandert diese zuerst in meine Fahrradtasche und nach kurzer Fahrt schliesslich im Kühlschrank. Einen Tag später ist es dann soweit: Salzige Käsesorten und Brot stehen bereit. Zusätzlich etwas Enten-Mousse, Gurkenscheiben und schwarze Oliven. Ich schenke ein:

  • Farbe: Goldgelb mit erstaunlich sattem Teint für einen derart jungen Sauternes
  • Bouquet: charakteristische Noten von Caramel, Honig, Aprikose, Grapefruit und Birne (?)
  • Mund: etwas plumpe Süsse, Frucht, merklich vorhandene Säure, eindimensionale Struktur, leicht metallischer Anklang
  • Körper: eher leicht, flüchtig
  • Abgang: kurz

Wie schmeckt ein Sauternes für zehn Franken?

Das Fundament fehlt, der Körper lässt Einiges an Intensität und Charakter vermissen und der Abgang ist nicht der Rede wert. Trotzdem schmeckt er nicht übel. Ehrlich! – Klar, verglichen mit einem Doisy-Védrines oder einem Rieussec ist der Partarrieu ein Leichtgewicht. Dennoch ist er sein Geld wert. Es ist ein preiswerter Sauternes für Montag bis Donnerstag. Einer, den man mal eben so öffnen kann, einer der für kleines Geld ordentlich Spass macht, und einer der getrunken und nicht gelagert werden will. Auch solche Weine braucht die Welt. Schliesslich ist es Mittwochabend und die nächsten Festtage lassen auf sich warten. Ich gebe 14 Punkte.

Chateau-Partarrieu-Sauternes 2011Punkte: 14/20
Passt zu: salzigem Käse, Desserts, Foie Gras, Terrinen
Preis: Fr. 9.95/50cl

Kaufen kann man den Château Partarrieu hier


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Château Rieussec, 2002, Premier Grand Cru classé, Sauternes

Es klingelt an der Tür: Oh nein, schon wieder die Zeugen Jehovas, Briefmarken verkaufende Schüler, oder – noch schlimmer – Vertreter eines Telekommunikationsunternehmens!? Nein, mein lieber Nachbar und guter Freund steht im Treppenhaus. In der rechten Hand einen 2002er Château Rieussec haltend. Ob wir ein Glas wollen? Ja, klar, aber sicher!

Da sind meine Degustationspartnerin und ich uns einig. Immer her mit dem Franzosen. Die Flasche ziert dasselbe Pfeil-Symbol, das auch auf dem im Herbst verkosteten Bordeaux-blanc zu finden war. Trotz Lafite-Logo war jener nicht gerade eine Offenbarung. Aber es handelte sich schliesslich auch um eine Billigabfüllung der Baron Philippe de Rothschild S.A.

Auf Anfang: Wir befinden uns in Frankreich, genauer in Fargues, nahe Sauternes. Und genau um letzteren handelt es sich auch. Und zwar nicht um irgendeinen, nein, wir haben hier einen Premier Grand Cru classé vor uns im Glas. Allein schon die Lage deutet auf einen edlen Tropfen hin. Liegt doch das Weingut nur einen Steinwurf von dem Sauternes-Produzenten – Château d’Yquem – entfernt.

Rieussec wurde 1984 von den Domaines Barons de Rothschild (Lafite) erworben. Damals umfasste der Betrieb 68 Hektar Rebfläche, welche bis heute auf 92 Hektar erweitert wurden. Die Böden bestehen aus Schotter und Kalkstein, angebaut werden Sauternes-typisch die Sorten Sémillon, Sauvignon und Muscadelle.

Château Rieussec

Wachsen da Reben die Wände hoch?

Die Qualität der Rieussecs kommt nicht von ungefähr. Seit der Übername durch die Rothschilds wurden unter der Leitung von Charles Chevallier auf  vielen Ebenen Verbesserungen angestrebt. Da wären: Der Neubau eines Weinlagers und damit einhergehende Verlängerung der Fassgärung, die Realisation eines neuen Gärkellers und vor allem die strengere Selektion des Traubenmaterials, um nur einige zu nennen. Zur Selektion: Auf der Website lese ich, dass man im Médoc normalerweise von einer Flasche pro Rebstock ausgeht. Beim Rieussec ist es ein Glas! Die Jahresproduktion liegt im Schnitt bei 6’000 Kisten, also unter 100’000 Flaschen.

Charles Chevallier über Château Rieussec:

Über den Jahrgang 2002 schreibt der Produzent: Die Wetterbedingungen waren zu Beginn des Weinjahrs nur mittelmäßig, wurden aber sehr gut, als die Traubenreife einsetzte. Die Monate Juli und August waren zwar insgesamt zu kühl gegenüber dem langjährigen Mittel, aber dafür war das Wetter im September herrlich und förderte die Entwicklung der Edelfäule: tagsüber trocken, heiß und sonnig, frisch in der Nacht. Die ersten edelfaulen Beeren konnten ab dem 12. September geerntet werden und die ersten Durchgänge verliefen bis 2. Oktober bei perfekten Wetterbedingungen. Mit weiteren Durchgängen musste bis zum 15. Oktober gewartet werden, als das Wetter wieder schön wurde und der Botrytis regelrecht explodierte. Der Most der Rebsorten Sauvignon und Muscadelle war sehr dicht, reich und fruchtig. Die letzten Beeren wurden am 5. November gelesen. (Quelle)

Der Rieussec besteht anteilsmässig aus 90% Sémillon, 7% Sauvignon und 3% Muscadelle. Im Glas scheint er in einem wunderschönen, warmen Bernsteinton. Optisch perfekt. Das Bouquet ist äusserst zurückhaltend. Wenigstens in unseren Schott-Zwiesel-Gläsern. Ich rieche vor allem Sprit, etwas Veilchen, eine zarte Honignote sowie leichte Zitrusanklänge. Fast bin ich ein wenig enttäuscht. Meine Nase hatte mehr erwartet. Ich nehme einen Schluck. Als Erstes fällt mir dieses unglaublich intensive Röstaroma auf, welches von Beginn an die geschmackliche Führung übernimmt. Der Sauternes hat wenig Frucht, wenn, dann etwas Quitte. Damit ist er das pure Gegenteil, des im Oktober jung verkosteten Château Doisy-Védrines. Der Rieussec ist mineralischer, holziger, mit einer kaum wahrnehmbaren Muskatnote und einer angenehmen – weil unaufdringlichen – Süsse. Kein Kleben oder Zupappen. Schön! Die Trinkreife wird je nach Anbieter bis 2060 angegeben. Da kann noch Einiges gehen. – Zurück ins Jetzt: Der Körper ist feingliedrig und weniger satt, als man annehmen würde, der Abgang raffiniert und mit viel Schmelz. Der Rieussec legt vom Bouquet bis zum Abgang eine ungeheure Eleganz an den Tag. Einzigartig macht ihn der weiter oben erwähnte, ganz eigene (Röst-)Charakter. Entweder man mag das, oder nicht. Ich gebe 18 Punkte.

@HJ: Schön, wenn man Freunde als Nachbarn hat!

Château Rieussec 2002Punkte: 18/20
Passt zu: kräftigem Käse (Roquefort, Gorgonzola), Desserts, Foie Gras, Terrinen
Preis: Fr. 29.-/37.5cl

 

Den 2002er gibt es in St. Gallen leider nicht zu kaufen. Überzeugend schmecken aber sicher auch die sehr schönen Jahrgänge 2005 und 2009.


Ein Kommentar

Von einem, der loszog, Schweizer Weine zu kaufen: Nachtrag

Vor kurzem prangerte ich noch die Unfähigkeit der Schweizer bei der Vermarktung ihrer Weine an. Seit heute mache ich mir um deren Zukunft wenigstens ein bisschen weniger Sorgen. Kaum zu glauben, aber passend zur dunklen Jahreszeit entdecke ich Licht am heimischen Weinhorizont.

Coop ist einer der Hauptsponsoren des Grand prix du vins suisse. Da scheint es nur logisch, dass der Discounter seit einigen Tagen eine Auswahl der vor kurzem in Bern prämierten Weine im Sortiment hat. Neben sechs Siegerweinen haben auch 13 zweit-, oder drittplatzierte Weine ihren Weg in die Kaufhausregale gefunden. Schön, darauf habe ich gewartet. Ich bin happy, kriege ich doch noch guten Schweizer Wein in St. Gallen. Für Interessierte hier eine detaillierte Liste:

Gesamtsieger der Kategorien

  • Rosé und Federweisse: Les Chaumes Oeil-de-Perdrix Pinot Noir Vaudois AOC Cave Cidis 2011 75cl, Fr. 11.80
  • Müller-Thurgau: Langenmooser Riesling-Sylvaner Spätlese Zahner 2010 75cl, Fr. 16.-
  • Pinot Noir: Clos de Balavaud Pinot Noir AOC Valais Grand Cru Fils de Maye 2011 75cl, Fr. 16.95
  • Chasselas: Fendant Balavaud AOC Valais J.R. Germanier 2011 75cl, Fr. 17.60
  • Weisse Assemblagen: Chevalier Blanc Valais AOC Vins de Chavalier 2010 75cl, Fr. 24.95
  • Süssweine: La vita é bella vino bianco IGT Svizzera Tamborini 2009 50cl, Fr. 28.-

 

Nominierte Weine

  • Gamay rosé Martigny Valais AOC A. Jacqérioz 50cl, Fr. 9.95
  • Fendant St-Léonard Valais AOC Cave Lamon 2011 75cl, Fr. 11.90
  • Vully AOC Château de Praz 2011 75cl, Fr. 12.-
  • Blanc de Noir La Côte AOC Henri Cruchon 2011 75cl, Fr. 13.50
  • Chardonnay Neuchâtel AOC O. Lavanchy 2011 75cl, Fr. 15.50
  • Assemblage Blanc VD Innovatif 2010 75cl, Fr. 22.90
  • Chevalier rouge Valais AOC Vins des Chavaliers 2009 75cl, Fr. 27.95
  • Clos du Châteauneuf Valais AOC Barrique Liquoreuse Varone 2010 37.5cl, Fr. 29.95
  • Vigna d’Antan Rosso del Ticino DOC Brivio Vini 2010 75cl, Fr. 31.50
  • Pinot Noir Kruog Fläsch AOC Thomas Marugg 2010 75cl, Fr. 33.-
  • Cornalin J.R. Germanier Valais AOC 2010 75cl, Fr. 36.90
  • Le Vidomne Mondus Vivendi AOC Valais 2009 75cl, Fr. 39.95
  • Les Grains Nobles Valais AOC Rouvinez 2005 75cl, Fr. 59.95

 

Ahh, super! Schweizer Weinspass ab Fr. 9.95! Degustationsnotizen folgen. Aber erst stehen auf der Verkostungsliste noch einige Bordeaux blancs, die schon ungeduldig im Kühlschrank warten 😉

Bis bald

Flaschentester

 

Die Weine gibt’s hier zu kaufen.


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Seine Exzellenz, Baron Alexander von Essen

Erst dachte ich, du seist eine fiktive Person. Ein Avatar der Weinwelt. Ein wohlklingender Name, erfunden von einer grossstädtischen Werbeagentur. Irgendwo in einem kalten, weissen Grossraumbüro, in dem stylische Werbefuzzis und nerdige Texter ihr Unwesen treiben. Aber nein, du bist tatsächlich ein Baron aus Fleisch und Blut. Wer hätte das gedacht!?

Herr von Essen ist der Gründervater der gleichnamigen Selection. Sprachlich hätte man sich ja auch für die Schreibweise Selektion entscheiden können. Englisch wird’s nämlich nicht ausgesprochen. Die pseudofranzösische Version wirkt vermutlich dann aber doch etwas edler. Und dass die Deutschen der Sprache ihrer südwestlichen Nachbarn meistens nicht mächtig sind, ist auch ein offenes Geheimnis. – Master of Wine, Philipp Schwander, macht das übrigens auch so, das mit dem Weglassen des accent aigu. Irgendwie scheint es Mode zu sein. Ich find’s doof und benutze daher die deutsche Version in diesem Beitrag.

Item. Ich mag Selektionen von Weinen. Da hat nämlich irgendwer mit Geschmack, Zeit und Geld investiert, um für mich die besten Produkte zusammenzustellen. Das mit dem Auswählen ist ja immer so eine Sache. Schliesslich muss man sich täglich durch einen dichten, unüberschaubaren Konsumenten-Dschungel kämpfen. TÄGLICH! Da finde ich den Gedanken ab und zu ganz entspannend, dass jemand für mich diese Arbeit übernommen hat. Und trotzdem bleibt meistens immer noch ein grosser Entscheidungsspielraum übrig.

Alexander himself

Die Selektion Alexander von Essen gibt’s in St. Gallen bei Manor. Zugegeben, etwas verdutzt stand ich schon da, in der Weinabteilung, vor den Regalen. Eine Selektion von Weinen aus aller Welt? Alle mit dem gleichen Labelaufdruck, von irgendeinem adligen Fuzzi? Ja, fast. So ungefähr wenigstens. Schauen wir uns das mal etwas genauer an: Alexander ist tatsächlich ein Deutscher Baron. Der Sitz seiner Firma liegt in Tegernsee am gleichnamigen Gewässer, also zwischen München und Innsbruck. Aber der Alexander selektioniert nicht nur, nein, er und sein Burgfräulein – Ingrid – sind seit 1997 Besitzer des südafrikanischen Weinguts Capaia. Nach eigener Aussage haben die zwei „…auf dem Gebiet einer ehemaligen Weizenfarm Capaia (…) sozusagen aus dem Nichts geschaffen.“ Boah, Alexander von Essen, ein Macher, ein Mann, der mit allen Wassern gewaschen ist. Ein Patron alter Schule. Ein Global Player in der Welt des Weins – denke ich mir wenigstens nach dem Besuch seiner südafrikanischen Webseite.

Von Essens südafrikanische Abfüllungen sind in der Selektion ebenso vertreten wie Weine argentinischer Provenienz. Ich frage mich einmal mehr: Warum nur muss man Weine von Südafrika oder -amerika ins beschauliche St. Gallen transportieren. Die Distanz beträgt immerhin mehrere tausend Kilometer Luftstrecke. Dabei gibt’s doch in europäischen Breitengraden hervorragende Weine. Sogar die besten der Welt! – Die Selektion selber besteht aber hauptsächlich aus europäischen Weinen. Das stimmt mich ein wenig versöhnlicher.

Des Barons Weingut: Capaia in Südafrika

Ich nehme mir nochmals einige Minuten Zeit und durchleuchte Alexanders Philosophie auf seiner Homepage. Klingt nicht schlecht, was der Herr Baron da von sich gibt:

  • er liefert nur Weine ausgesucht guter Jahrgänge
  • alle Weine der Selection sind Einzellagenweine
  • jeder Wein hat eine Eigenausstattung bei Flasche und Etikett in Anlehnung an die Geschichte und die Herkunft
  • jeder Jahrgangswechsel wird von Alexander persönlich degustiert und die Vinifizierung begleitet
  • alle Weine gibt es exklusiv nur über die Selection Alexander von Essen

Gutgläubig, wie ich bin, nehm‘ ich das für bare Münze. Schliesslich gefällt mir seine Selektion. Sie bietet nämlich so ziemlich alles, was mein Herz begehrt: Weiss-, Rot- und Schaumweine, von A wie Amarone bis R wie Rioja. Also die volle Breitseite. Zudem finden sich unter den Winzern namhafte Vertreter ihrer Zunft: Kracher aus Österreich, der deutsche Rieslingspezialist Dr. Loosen, oder die Italiener Polizano und Nardi, um nur einige zu nennen. Von Billigabfüllungen kann also nicht die Rede sein. Manor bietet leider nicht das volle Alexander-Programm, sondern verkauft quasi eine Selektion der Selection, oder wie man das auch immer nennen möchte. Etwas verwirrend finde ich auch, dass sich das Online-Angebot des Kaufhauses nicht mit dem der St. Galler Filiale deckt. – Doof, gehe ich doch in der Regel lieber Weine kaufen, nachdem ich mich online schlau gemacht habe. Trotzdem gefallen mir die im Manor erhätlichen Flaschen der Selektion vor allem aus zwei Gründen:

  • 1) der Preis stimmt; die meisten Flaschen kosten zwischen 15 und 30 Franken
  • 2) die Weine haben mich geschmacklich noch nie enttäuscht

Insgesamt ist die Selection Alexander von Essen also eine erfreuliche Sache zu einem vernünftigen Preis. Meine Empfehlung hat sie.

Zum Wohl!

Punkte für die gesamte Selektion: 16-18/20

Passt zu: für fast jedes Gericht gibt’s in der Selektion einen passenden Wein
Preisspanne:  von ca. Fr. 10.- bis 50.-

Diese zwei Flaschen kann ich euch empfehlen:

Rioja Gran Reserva Vina Imas, Fr. 19.95

Verdejo Flor del Pego DO Rueda, Fr. 9.95

 

 

 

 

 

 

 

P.S.

Lieber Alexander

Danke. Scheinbar hast du in den letzten 20 Jahren recht ordentlich selektioniert. Meinen jungen Geschmack hast du jedenfalls getroffen. Obwohl ich mich sehr gerne durch Weinhandlungen, Online-Shops und Discounter wühle, schätze ich doch deine Vorauswahl. Bin ich nämlich nach einem langen Arbeitstag zu müde, mich entscheiden zu können, greife ich von Zeit zu Zeit mehr oder weniger wahllos zu einer deiner Flaschen. Dass du gerade in Südafrika Wein produzieren musst, macht dich zwar ein wenig unsympathischer, nichtsdestotrotz schmecken mir die von dir ausgewählten Weine. Weiter so! Und grüss‘ mir die Ingrid.

Dein Flaschentester


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Château Doisy-Védrines, 2009, 2e cru classé, Sauternes AC

In der Tat, es ist eine schwere Last, die ich zu tragen habe. Uneigennützig und heldenhaft opfere ich mich als Verkoster für den Herbst-Special zum Thema Bordeaux. Beginnen möchte ich unkonventionell: Mit einem Sauternes.

Obwohl der 2009er eigentlich noch zwei, drei Jahre liegen müsste, kommt er heute ins Glas. Beim vorliegenden Exemplar wird die Haltbarkeitsgrenze auf das Jahr 2055 datiert. Man kann den Wein also getrost in den Keller legen und einige Jährchen verstreichen lassen. Das Schöne an guten Sauternes ist, neben dem Geschmack, zweifellos ihre Langlebigkeit. Süssweine legen mit dem Alter sogar zu. Überhaupt sollte man beim Genuss eines Sauternes einen Gang runterschalten. Genau das haben wir vor. Der Dilettant und seine Begleitung haben sich heute nämlich für eine kleine Fleisch- und Käseplatte entschieden. Dazu noch einige Oliven, Trauben, Feigensenf und etwas Weissbrot. Lecker Schmecker!

Äusserst wichtig bei Süssweinen ist die richtige Temperierung. Ideal sind zehn bis zwölf Grad Celsius. Ich nehme die Flasche aus dem Kühlschrank. Ungeduldig und gespannt schenke ich ein erstes Glas ein. Ein Fehler. Viel zu süss und plump kommt er rüber, der Sauternes. Der Wein ist noch nicht kühl genug. Also flux das Eisfach geleert und die Flasche ins Eiswasser gestellt. Runterkühlen, abwarten. Zweiter Versuch – perfekt!

Der Doisy-Védrines scheint in einem dichten Quittengelb. Das Bouquet duftet herrlich nach Pfirsichen und Honig. Ein erster Nipper bringt eine dichte, aber angenehme Süsse. Irgendwie zähflüssig, dick in der Konsistenz. Die Fruchtigkeit bleibt auch im Gaumen erhalten. Ganz genial wird’s, als ich ein wenig Käse und ein Stückchen Weissbrot esse. Dazu dann einen Schluck vom Sauternes. Unglaublich, was für eine geschmackliche Intensivierung diese Kombination von Wein und Essen ergibt. Eine wahre Gaumenexplosion. Der Abgang dann klebrig, lang und breit. S e h r breit. Yihaa! Was ein Fest! Meine Degustationspartnerin meint, sie ziehe dem Doisy-Védrines einen guten Weisswein vor. Ihr sei er zu süss. Ich meine: Vorausgesetzt der Wein ist richtig temperiert, ist dieser Sauternes ein Hochgenuss. Obwohl’s nur ein Deuxième cru classé ist ;-). Aber wer gibt schon was auf Klassifizierungen?

Punke: 19/20
Passt zu: reifem Käse, Desserts
Preis: Fr. 26.- / 37.5 cl

Kaufen kann man den leckeren Sauternes hier