Flaschentester

… schreibt über europäische Weine und verwandte Themen


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Kurz angenippt: Mauler Cuvée Tradition – Rosé Demi-Sec

Seit kurzem findet ihr unter der Rubrik kurz angenippt Weine, welche mir irgendwo über den Weg liefen, aber nicht genauer getestet werden konnten. Die Notizen sind kurz und knapp, die Punktevergaben eher als Anhaltspunkt, denn als absolutes Mass anzusehen. Die Weine werden daher auch nicht in den Charts gelistet.

Mauler Cuvée Tradition Rosé Demi-sec

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Gastartikel: Schaumweine aus Luxemburg

Banken, hohes Durchschnittseinkommen, internationale Institutionen und eine hervorragende Infrastruktur: Luxemburg ist wie die Schweiz, nur ohne Berge und mit günstigerem Wein. Was, die machen Wein? Ja, das tun sie! An der Luxemburger Mosel befinden sich um die 1’300 Hektar Anbaufläche und mancher Riesling und Crémant haben auf internationalen Messen Goldmedaillen gewonnen.

Die Weingeschichte Luxemburgs begann vor 2’000 Jahren, als römische Siedler im Moseltal die ersten Reben pflanzten. Die Traube der Römer, vitis alba, hat sich dort übrigens bis in die Gegenwart gehalten. Nur heißt sie heute Elbling und wird fast nur noch an der deutschen und luxemburgischen Mosel angebaut. Doch ist es nicht diese, für ihre Säure bekannte Rebsorte, die Namen wie Hugh Johnson und Beppi Crosariol ins Großherzogtum holt. Letzterer war sogar derart begeistert, daß er den Flaschen aus dem kleinen Land eine ganze Kolumne widmete.

Das Erfolgsprojekt Crémant

Wie in so vielen Anbaugebieten Europas wurde auch in Luxemburg jahrelang hauptsächlich auf Quantität gesetzt. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs produzierten die Winzer nur Grundwein, den sie an die großen Sekthäuser des mächtigen Nachbarn Deutschland verkauften. Auch wenn es immer wieder Versuche der Qualitätssteigerung gab, dauerte es bis in die 1980er hinein, bis man den endgültigen Schritt wagte und ein völlig neues Produkt auf den Markt brachte: Den Crémant de Luxembourg!

LuxemburgMosel

Blick auf die Luxemburger Mosel

Die meisten verbinden den Begriff Crémant mit günstigeren Champagner-Alternativen aus der Loire-, Limouxregion und dem Elsass. Dies soll aber keineswegs einen Unterschied an Qualität bedeuten. Heute ist Luxemburg das einzige Anbaugebiet außerhalb Frankreichs, das den Namen führen darf. Dafür muss der Wein den strengsten Anforderungen gerecht werden: Festgelegter Maximalertrag und die obligatorische zweite alkoholische Gärung in der Flasche (méthode traditionelle). Diese Topschaumweine werden in Luxemburg meist aus Pinot Blanc (auch als Stillwein eine echte Spezialität), Riesling und immer mehr auch aus Pinot Noir und Chardonnay hergestellt.

Ein gutes Beispiel für den Luxemburger Crémant ist die Serie Poll Fabaire. Nicht nur war es eine Flasche dieser Reihe, welche 1991 als erster Crémant de Luxembourg auf den Markt kam, sondern die Poll Fabaire-Weine spiegeln auch das allgemeine Bild der gesamten Weinlandschaft wider. Hergestellt von der Winzergenossenschaft Vinsmoselle, welche für zwei Drittel der Landesproduktion verantwortlich ist, gibt es sie in den verschiedensten Ausgaben, von der klassischen Assemblage, bis zur sortenreinen Cuvée. Hier kann man wählen aus Pinot Blanc, Riesling, Chardonnay und Pinot Noir.

Mir persönlich gefällt besonders die Haut-de-Gamme-Ausgabe Cuvée Cult, welche zu einem geringen Aufpreis eine deutliche Qualitätssteigerung mit sich bringt. Die angenehme Spritzigkeit und die gut ausgewogenen Geschmacksnoten überzeugen auf Anhieb. Der Pinot Noir verleiht dem Ganzen eine bestimmte Finesse und der fruchtige Eindruck – insbesondere rote Früchte – rundet das Gesamtbild elegant ab.

Preislich gesehen, sind die Crémants von Poll Fabaire ein Schnäppchen, denn in Deutschland würde man für einen Sekt von vergleichbarem Niveau deutlich mehr bezahlen. Den sehr überzeugenden Einstiegscrémant gibt es bereits für € 8.20, der Prestigeschaumwein Cult ist für € 15.60 zu haben. Für helvetische Leser von Vorteil: Der für luxemburgische Verhältnisse gut ausgebaute Online Shop der Domaines Vinsmoselle liefert auch in die Schweiz. So steht einem ersten Kennenlernen mit den besonderen Tropfen unseres kleinen Staates nichts mehr im Wege.

Über den Autor: Laurens Mauquoi ist Weinautor aus Luxemburg. Im November 2012 ist sein Buch Luxemburger Wein/Vin luxembourgois erschienen. Seit Dezember betreibt er den ersten deutschen Weinblog, der sich ausschließlich Weinen aus dem Supermarkt widmet: www.der-weinsnob.de

LuxemburgerWeinLaurens‘ Fachbuch ist in der Edition Schortgen erschienen und bei buch.ch oder Amazon erhältlich.


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Kurz angenippt: Collalto – Prosecco di Conegliano

In der Rubrik kurz angenippt findet ihr Weine, welche mir irgendwo über den Weg liefen, aber nicht genauer getestet werden konnten. Die Notizen sind kurz und knapp, die Punktevergaben eher als Anhaltspunkt, denn als absolutes Mass anzusehen. Die Weine werden daher auch nicht in den Charts gelistet.

ProseccoCollalto


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Kurz angenippt: Cuvée Prestige brut, Blanc de Blanc, Crémant de Bourgogne, Louis Loron et fils

Seit kurzem findet ihr unter der Rubrik kurz angenippt Weine, welche mir irgendwo über den Weg liefen, aber nicht genauer getestet werden konnten. Die Notizen sind kurz und knapp, die Punktevergaben eher als Anhaltspunkt, denn als absolutes Mass anzusehen. Die Weine werden daher auch nicht in den Charts gelistet.


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Live Brune S Rosé Spumante

Trotz zahlreicher Weltuntergangsszenarien in letzter Zeit, und obwohl Papst Benedikt heute Mittag seinen Rücktritt angekündigt hat, dreht sich die Welt überraschenderweise nach wie vor in gewohnten Bahnen. Für mich heisst das, dass ein weiterer Rosé getestet werden will. Und zwar ein Rosé-Schaumwein. Passend dazu steht ein Süsswasserfisch – genauer eine Forelle – auf der Speisekarte. Das Rezept dafür stammt aus einem meiner Lieblingskochbücher. Da kann ja nicht mehr viel schief gehen. Denkste.

Der Live Brune S ist einer der Tropfen, die unter dem Label Selection Alexander von Essen im Manor erhältlich sind. Das S steht wohl für spumante. Ein Gesprudelter also. Dass ich Alexanders Selection mag, konnte man schon in anderen Artikeln nachlesen. So erhielten zum Beispiel der portugiesische Quinta do Zambujeiro Z, oder der spanische Palomar Monastrell Juan Gil recht ordentliche Punktzahlen. Zu Recht, wie ich meine. Daher bin ich auch auf den venetianischen Schaumwein gespannt wie ein Flitzebogen. Einzig der Preis macht mich ein wenig skeptisch. Liegt er doch unter zehn Franken. Kein Indiz für schlechten Wein per se. Die Wahrscheinlichkeit steigt aber erfahrungsgemäss.

Hergestellt wird der perlende Rosé von den Cantine Maschio. Die Weinkellereien liegen bei Campo Cervaro, unweit des Städtchens Conegliano, wiederum eine der Hochburgen des Proseccos. Der Live Brune S ist eine Spezialabfüllung für die Selection A. von Essen. Bevor das Abendessen aufgetischt wird, schenke ich schon mal ein. Der Rosé scheint in einem lieblichen Antikrosa. Die Nase ist eindimensional. Lediglich etwas Erdbeere dringt zu meinem Riechorgan. Wir stossen an. Die Perlage empfinde ich als künstlich und unangenehm. Es ist zu viel des Guten, was man allerdings vom Geschmack nicht sagen kann. Es schmeckt – Verzeihung – nach nichts. Lediglich ein paar wenige Beeren tummeln sich da irgendwo im Gaumen. Man könnte meinen, die Flasche habe schon einige Tage offen im Kühlschrank verbracht, bevor jemand noch etwas Kohlensäure nachgeschossen hat, um sie dann als vermeintlich frisch geöffnet zu kredenzen. Das, was ich hier im Glas habe ist gefärbtes Wasser mit Beerengeschmack, leichter Säure und massig Sprudel. Fehlt nur noch der Zucker und man hat eines dieser Dosengetränke für die Szene-Girls, welche sich am Wochenende auf dem Weg zum Club in Tanzlaune trinken wollen. Paaah!

Nochmals in aller Deutlichkeit: Dieser Schaumwein ist LAAAAAANGWEILIG. Klar kann man ihn trinken. Klar ist er geniessbar. Aber macht er auch Spass? Nein. Lohnt sich der Kauf? Auf keinen Fall. Gibt es Besseres aus dieser Selection? Ja, definitiv. Vielleicht taugen ja die Prosecci derselben Weinkellerei was. Wir werden sehen.

Machen wir’s kurz: In diesem Fall stimmt für einmal die Phrase „Qualität hat ihren Preis“. Da letzterer beim vorliegenden Rosé-Schaumwein unter zehn Franken liegt, kriegt man halt auch einen entsprechenden Wert in’s Glas. Sorry Alexander, aber mir schmeckt dein Italienischer Sprudelwein nicht. Positiv formuliert: Die Ausnahme bestätigt die Regel. Ich gebe 11 Punkte.

Live Brune S Rosé Spumante

Punkte: 11/20
Passt zu: Apéro, Süsswasserfisch, Krustentieren
Preis: Fr. 9.95

Kaufen kann man den Schaumwein hier


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Holunder küsst Sekt

Da haben sich zwei gefunden, quasi das Traumpaar des Jahres. Spätestens seit das Trendgetränk Hugo vergangenen Sommer seinen Durchbruch hatte, weiss jeder: Sekt und Holunder, das schmeckt ohne Ende.

Dass es auch zurückhaltender geht, zeigt der Fleur et Sekt. Entdeckt habe ich das blumige Bio-Getränk bei Romanin. Hersteller ist die deutsche Sektkellerei am Turm. Diese befindet sich in Speyer, also ganz in der Nähe der Deidesheimer Rieslinge. Im Unterschied zu diesen wird der Fleur et Sekt aber nicht aus heimischen Trauben hergestellt. Der Grundwein für den Sekt kommt aus Spanien, versektet wird in Speyer*. S’ist halt wie bei vielen Bio-Produkten heutzutage: Auch wenn Bio drauf steht hat der Laster einige Kilometer mehr auf dem Tacho, als man denkt. Schade, hätte man doch auch in Deutschland schöne Trauben. Wenigstens der Holundersirup wird von einer deutschen Firma geliefert.

SektkellereiAmTurm

Impressionen aus Speyer: Die Sektkellerei am Turm

Zum Geschmack: Der gerade mal siebenprozentige Fleur et Sekt riecht – dreimal könnt ihr raten – blumig. Im Mund gefällt mir vor allem die angenehm dosierte Perlage. Ausserdem hat der Sekt eine äusserst dezente Süsse inne. Also kein Kleberzeugs – was schon mal gut ist. Mit einem Restzuckergehalt von 44 g/l ist er alles andere als trocken. Auch der Holunder ist schön integriert, kommt aber erst bei einem Bissen Brot so richtig zur Geltung. Die Vereinigung von Blüte und Sekt mündet in einem Happy End. Als Apéritif ist der Fleur nämlich schlicht der Hammer. Er kommt leicht und spritzig daher, ist süffig ohne Ende, aber trotzdem nicht so sirupartig wie ein Moscato d’Asti, oder andere süssliche Weissweine. Auch der Preis stimmt. Toll! Dieser Tropfen kriegt verdiente 16 Punkte.
FleurEtSektPunkte: 16/20
Passt zu: Apéro, Begleiter beim Kochen, für zwischendurch
Preis: Fr. 9.50
Den Fleur et Sekt gibt’s hier zu kaufen.
* Diese Angaben habe ich bei Peter Riegel aufgeschnappt.


Ein Kommentar

Von einem, der loszog, Schweizer Weine zu kaufen: Nachtrag

Vor kurzem prangerte ich noch die Unfähigkeit der Schweizer bei der Vermarktung ihrer Weine an. Seit heute mache ich mir um deren Zukunft wenigstens ein bisschen weniger Sorgen. Kaum zu glauben, aber passend zur dunklen Jahreszeit entdecke ich Licht am heimischen Weinhorizont.

Coop ist einer der Hauptsponsoren des Grand prix du vins suisse. Da scheint es nur logisch, dass der Discounter seit einigen Tagen eine Auswahl der vor kurzem in Bern prämierten Weine im Sortiment hat. Neben sechs Siegerweinen haben auch 13 zweit-, oder drittplatzierte Weine ihren Weg in die Kaufhausregale gefunden. Schön, darauf habe ich gewartet. Ich bin happy, kriege ich doch noch guten Schweizer Wein in St. Gallen. Für Interessierte hier eine detaillierte Liste:

Gesamtsieger der Kategorien

  • Rosé und Federweisse: Les Chaumes Oeil-de-Perdrix Pinot Noir Vaudois AOC Cave Cidis 2011 75cl, Fr. 11.80
  • Müller-Thurgau: Langenmooser Riesling-Sylvaner Spätlese Zahner 2010 75cl, Fr. 16.-
  • Pinot Noir: Clos de Balavaud Pinot Noir AOC Valais Grand Cru Fils de Maye 2011 75cl, Fr. 16.95
  • Chasselas: Fendant Balavaud AOC Valais J.R. Germanier 2011 75cl, Fr. 17.60
  • Weisse Assemblagen: Chevalier Blanc Valais AOC Vins de Chavalier 2010 75cl, Fr. 24.95
  • Süssweine: La vita é bella vino bianco IGT Svizzera Tamborini 2009 50cl, Fr. 28.-

 

Nominierte Weine

  • Gamay rosé Martigny Valais AOC A. Jacqérioz 50cl, Fr. 9.95
  • Fendant St-Léonard Valais AOC Cave Lamon 2011 75cl, Fr. 11.90
  • Vully AOC Château de Praz 2011 75cl, Fr. 12.-
  • Blanc de Noir La Côte AOC Henri Cruchon 2011 75cl, Fr. 13.50
  • Chardonnay Neuchâtel AOC O. Lavanchy 2011 75cl, Fr. 15.50
  • Assemblage Blanc VD Innovatif 2010 75cl, Fr. 22.90
  • Chevalier rouge Valais AOC Vins des Chavaliers 2009 75cl, Fr. 27.95
  • Clos du Châteauneuf Valais AOC Barrique Liquoreuse Varone 2010 37.5cl, Fr. 29.95
  • Vigna d’Antan Rosso del Ticino DOC Brivio Vini 2010 75cl, Fr. 31.50
  • Pinot Noir Kruog Fläsch AOC Thomas Marugg 2010 75cl, Fr. 33.-
  • Cornalin J.R. Germanier Valais AOC 2010 75cl, Fr. 36.90
  • Le Vidomne Mondus Vivendi AOC Valais 2009 75cl, Fr. 39.95
  • Les Grains Nobles Valais AOC Rouvinez 2005 75cl, Fr. 59.95

 

Ahh, super! Schweizer Weinspass ab Fr. 9.95! Degustationsnotizen folgen. Aber erst stehen auf der Verkostungsliste noch einige Bordeaux blancs, die schon ungeduldig im Kühlschrank warten 😉

Bis bald

Flaschentester

 

Die Weine gibt’s hier zu kaufen.