Flaschentester

… schreibt über europäische Weine und verwandte Themen


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Kurz angenippt: Château du Rocher, Grand Cru, Saint-Émilion, 2010

Seit kurzem findet ihr unter der Rubrik kurz angenippt Weine, welche mir irgendwo über den Weg liefen, aber nicht genauer getestet werden konnten. Die Notizen sind kurz und knapp, die Punktevergaben eher als Anhaltspunkt, denn als absolutes Mass anzusehen. Die Weine werden daher auch nicht in den Charts gelistet.

Ch‰teau Du Rocher St Emiliion Grand Cru AOC


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Château de Cardaillan Graves AOC 2009

2009 war ein Spitzenjahr für Bordeaux. Da sind sich alle Autoritäten einig. In solchen Jahren werden die aufgrund strengerer Selektion sowieso schon guten Weine grosser Châteaux noch besser. Am meisten profitieren aber vor allem Weine weniger bekannte Produzenten mit geringerem Renommée. Und genauso einer ist der Château de Cardaillan.

Das Weingut liegt im Gebiet Graves, süd-südöstlich der Stadt Bordeaux. Das Château de Cardaillan gehört nicht zu den klassifizierten Betrieben der Appellation. Die Weine des Châteaus sind lediglich AOC-zertifiziert. Was zwar etwas über die Güte der Produktionskette aussagt, aber nicht über die Qualität des Produkts. Aber das Thema hatten wir ja schon mal bei einem anderen Wein. Zurück zum Text: Nach einem Bordeaux-Degustationsnachmittag bei Mövenpick, bin ich auf alles vorbereitet, komme, was wolle. Kurz vor 17.30 Uhr öffne ich die Flasche und schenke ein. Wie erwartet gibt sich der Wein noch verschlossen. Ich warte. Zweieinhalb Stunden später – pünktlich zum Abendessen – ist es dann so weit: Der De Cardaillan ist trinkbereit.

Die Trinktemperatur wird von Coop mit 16 – 18 Grad Celsius, die Genussreife bis maximal 2016 angegeben. Der Franzose wird zu gleichen Teilen aus Cabernet Sauvignon und Merlot vinifiziert. Er scheint in einem wunderschönen, dunklen Rubinrot mit violetten Reflexen und schwarzem Kern. Die Nase weckt Erwartungen. Das Boquet ist enorm beerig, ansprechend mit Kräutern und Lakritze ausgestattet, und unterstreicht die Herkunft des Weines auf eine feine, seidige Art. Es riecht nach Bordeaux. Schön. Beim letzten Wein war das leider anders.

Im Mund dann ebenfalls Würze und Frucht – Thymian, Waldpilze, Cassis, Holunder, dunkle Beeren, Fass, etwas Tabak. Der Wein ist gut balanciert, der Körper für einen Bordeaux eher leicht und frisch. Jugendliche Säure ist zwar vorhanden, aber nicht weiter störend. Noch ein, zwei Jahre und auch diese wird abnehmen. Die Tannine sind samtig eingebetet. Der Abgang bringt nochmals Erinnerungen an Wald und Vegetabiles, der Nachhall beendet das Rotweinerlebnis elegant und harmonisch. Bei alledem schwebt von Anfang bis Schluss die Herkunft geschmacklich eindeutig mit. Das gefällt mir.

Wie ich in einem anderen Artikel erwähnt habe, sind Rotweine aus den Graves oft der Inbegriff des klassischen Bordeaux. Sie sind schlank, elegant, harmonisch, bieten eine frische Fruchtigkeit und können oft auch schon jung getrunken werden. All diese Attribute treffen auch auf den Château de Cardaillan zu. Einzig die jugendliche Säure könnte etwas reduzierter rüberkommen. Ansonsten handelt es sich um einen recht ordentlichen, jungen Bordeaux, der aber unbedingt eine intensive Sauerstoffwäsche benötigt, bevor man ihn geniessen kann. Auch der Preis ist fair. Ich gebe 15 Punkte.

ChâteauDeCardaillan09

 

Punkte: 15/20
Passt zu: Kalbsgeschnetzeltem mit Wildreis an Balsamico-Reduktion
Preis: Fr. 13.90

Den Château de Cardaillan 2009 gibt’s im Coop Gallusmarkt, den 2010er online. Über den 2008er gab’s unlängst einen Artikel in der NZZ.


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Bordeaux für lau? Château Pey La Tour 2010

Bordeaux-Weine stellen relativ hohe Anforderungen an den Konsumenten. Die beliebten Franzosen sind meistens nicht gerade billig, man muss sie einige Jahre lagern und es gibt vom Essigwein bis zur überragenden Abfüllung eines Spitzenchâteaus so ziemlich jede Qualität aus jeder Appellation. Um was Ordentliches ins Glas zu kriegen, ist ein nicht zu unterschätzender zeitlicher und finanzieller Effort nötig. Und das nervt. Manchmal wenigstens.

Aufatmen: Es gibt auch Ausnahmen. So machen Weine wie der Château Macard Mut. Zeigt dieser doch auf, dass es auch preiswerte Bordelaiser Rotweine gibt, die schmecken und die man schon jung geniessen kann. Hoffnungsvoll mache ich mich auf die Suche nach vergleichbaren Tropfen gleicher Herkunft. Mein Streifzug beginnt im Coop Gallusmarkt. Dort entdecke ich in den Regalen einige tiefpreisige Bordeaux aus den schönen Jahrgängen 2009 und 2010. Kurzentschlossen greife ich zu einer Flasche Pey La Tour, einem Rotwein für etwas weniger als zehn Franken. Auf dem Hals steckt ein Kartonhütchen, darauf abgedruckt eine hübsche Silbemedaille. Scheinbar hat der Wein beim französischen Concours de Macon eine Auszeichnung erhalten. Mal sehen, ob diese auch etwas wert ist.

Zu Hause angekommen, dekantiere ich den jungen Wein eine Stunde vor dem Abendessen. Nachdem ich eingeschenkt habe, halte ich mein Riechorgan ins Glas. Die Nase ist relativ lahm: Etwas Vanille, reichlich Cassis und weitere dunkle Beeren duften einem entgegen. Der erste Eindruck lässt keinen Bordeaux vermuten. Es könnte genausogut ein Spanier im Glas sein. Im Mund gesellt sich zu Vanille und Beerenfrucht vor allem Würze. Der trockene Rotwein hat einen leichten, aber etwas ungestümen und holzigen Körper. Er wirkt unbalanciert. Jugendliche Säure ist zudem reichlich vorhanden, und auch die Bitterstoffe sind recht dominant. Der Abgang ist kurz, der Nachhall flüchtig. Trotz Einsatz Terroir-typischer Rebsorten (Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Petit Verdot) schmeckt der Franzose weder in Mund noch Nase nach Bordeaux. Schade, ich hatte mir etwas mehr erwartet. Auch für zehn Franken.

Aber auch Positives gibt es zu berichten: Zum Essen schmeckt er nämlich recht ordentlich, der Pey La Tour. Auf der Speisekarte stehen im Casa Flaschentester ein Filetsteak vom Rind an Morchelsauce, dazu Bratkartoffeln und Karotten. Das passt, – überraschend gut sogar.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem preiswerten, aber ansprechenden Bordeaux ist, sollte eine andere Flasche wählen. Denn der Château Pey La Tour entspricht leider so gar nicht den Erwartungen an einen Rotwein aus diesen Breitengraden. Dieser Franzose ist kein Wein, der ohne passendes Gericht auskommt. Dafür schmeckt er zu charakterlos, zu 0815 und austauschbar für meinen Geschmack. Auch das unangenehme Mundgefühl (Säure, Bitterstoffe) disqualifiziert ihn als Wein für gemütliche Abende. Entschliesst man sich trotzdem, eine Flasche zu probieren, sollte man den Bordeaux frühzeitig dekantieren. Von meiner Seite gibt’s keine Medaille. Und wenn, höchstens eine lederne. So viel also zur Aussagekraft der französischen Prämierung. S’ist halt nicht überall Bordeaux drin, wo Bordeaux* draufsteht. Ich bin enttäuscht und gebe 12 Punkte.

ChateauPeyLaTour

 

Punkte: 12/20
Passt zu: Dunklem Fleisch an deftiger Sauce
Preis: Fr. 9.90

Den Château Pey La Tour 2010 kann man hier kaufen.

 

 

 

 

* Obwohl diese leicht bekleidete Dame beim Verkosten eines 2007ers da wohl anderer Meinung zu sein scheint: http://goo.gl/RMsY5

Ts, ts, Sachen gibt’s.


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Château Bonnet blanc Entre-Deux-Mers AOC

Ich kann mir nicht helfen, aber meine subjektive Wahrnehmung sagt mir: Die weissen Bordeaux kommen mehr und mehr. Wenn selbst Discounter einen im Sortiment führen, ist der Trend zur Normalität geworden und wird auch vom Durchschnittskonsumenten wahrgenommen. Also zum Beispiel von mir. Getrunken wird heute ein leichtes Exemplar der Spezies Bordeaux blanc – Der weisse Bonnet, gekauft im Denner.

Der Bonnet steht bereit. Die Flasche hat einen Drehverschluss. Die ideale Trinktemperatur gibt Denner mit acht bis zehn Grad Celsius an. Als er neun Grad erreicht, öffne ich die Flasche und schenke ein. Im Glas scheint der Weisswein in einem hellen Gold. Die Nase duftet zart nach Blüten und Honig. Erinnerungen an den Baron de Rothschild Réserve Spéciale Bordeaux blanc werden wach. Geduftet hat auch der relativ ordentlich, aber eben nur kurz. Ähnlich verhält es sich beim Château Bonnet. Das grundsätzlich ansprechende Bouquet verfliegt allzu schnell. Auch im Mund bleibt der Weisswein unspektakulär. Es ist diese typische Sémillon-Sauvignon blanc-Note. Hier jedoch noch ergänzt um Muscadelle, welche den Wein um eine fruchtige Nuance ergänzt. Der Körper ist schwach, der Abgang kurz.

Alles in allem ist der Château Bonnet ein leichter, lieblicher Weisswein und gerade deshalb unbedingt auf eine korrekte Trinktemperatur angewiesen. Unter zehn Grad sollte diese auf jedenfall liegen. Zur Qualität: Was soll ich sagen? Unterirdisch ist er nicht, überzeugend aber auch nicht. Es ist ein einfacher, preisgünstiger Bordeaux blanc aus dem Entre-Deux-Mers, der als Tischwein für einfache Alltags(fisch-)gerichte geeignet ist. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt er aber nicht. Dafür ist er zu flüchtig, zu wenig intensiv und aussagekräftig. Für drei Franken mehr kriegt man Weissweine, welche sich geschmacklich in anderen Sphären bewegen. Zum Beispiel den Château Thieuley, oder den kürzlich vorgestellten Pierrail. Ich gebe zwölf Punkte.

Punkte: 12/20
Passt zu: Antipasti, Fisch, Meeresfrüchten
Preis: Fr. 9.95

 

Den Château Bonnet blanc Entre-Deux-Mers AOC gibt’s hier.



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Frauenpower: Château Thieuley Bordeaux blanc

Thieuley blancJa, ja, schon klar: Der Thieuley blanc der Geschwister Courselle ist für viele bestimmt ein alter Hut. Aber wie das mit alten Hüten manchmal so ist: Einmal in Form gebracht, zieht man sie immer wieder gerne an. Obwohl ich kein ausgesprochener Hutträger bin, geht es mir so oder so ähnlich mit dem Thieuley blanc.

Schwander bietet ihn an, in Artikeln der NZZ konnte man den Franzosen schon mehrmals finden und auch im Hotel Säntispark steht er auf der Weinkarte. Der Weisswein von Sylvie und Marie ist beliebt. Und das zu Recht.

Es war im Jahr 1972, als Vater Francis Château Thieuley übernommen hat. Das Weingut liegt zwischen Créon und La Sauve im Entre-Deux-Mers. Unter Francis‘ Führung vergrösserte sich das Weingut von vier auf 80 Hektare. Heute gehören dazu insgesamt drei Liegenschaften samt Parzellen: Château Thieuley, Clos Sainte Anne und Château Saint Genès. Inzwischen führen Courselles Töchter, Marie und Sylvie, den Betrieb selbständig. Die Gutsbetreiberinnen bringen unter dem Label Château Thieuley jährlich 382’000 Flaschen Rot-, Weiss- und Roséwein in den Vertrieb. Der Bordeaux blanc macht dabei mit 180’000 Abfüllungen knapp die Hälfte aus.

Aus ihren Produktionsmethoden machen die Courselles kein Geheimnis:

1. Skin contact form 12 to 24 hours
2. Pneumatic press under Nitrogen (new technology)
3. Cold settling and on lies for 8 days
4. Alcoholic fermentation in stainless steel tanks at low temperature (16°C to 18°C)
5. Ageing on lies for 3 months in tank.

Sehr sympathisch, diese Transparenz. Der Weisswein wird also nicht im Holzfass ausgebaut, sondern verbleibt im Stahltank. Basis und Erfolgsrezept für den Thieuley blanc ist aber vor allem die richtige Mischung aus Sauvignon blanc, Sauvignon gris und Sémillon.

Begleitet wird der Franzose heute von einem Japaner: Es gibt Sushi. Ich schenke ein. Im Glas erscheint er in hellem goldgelb. Das Bouquet duftet nach Karibik, Südsee, Exotik. Ich meine folgende Noten zu erkennen: Birne, Mango Ananas, Blüten, Holunder, Honig. Es riecht spannend! Im Mund dann ein schöner Säuregrad, gemischt mit der Fruchtigkeit der Nase. Der Wein ist leicht, verspielte Aromen machen sich breit. Man hat Sommer im Mund. Für alle, die Lust haben, sich mit Weisswein, den nächsten Juli herbeizutrinken, also der richtige Tropfen. Der Körper ist filigran aber nicht zerbrechlich, der Abgang ist von mittlerer Länge, aber ordentlich Breit. Da suchen sich alle Aromen nochmals ihren Weg durch Nase und Gaumen. Der Wein hat eine ganz eigene Note und somit einen hohen Wiedererkennungswert. Den gibt’s nicht zweimal, den Thieuley.

Sushi zum Thieuley

Maximal-Exotik zu Hause: Sushi und Thieuley blanc

Der Thieuley blanc ist ein frischer Weisswein, der Laune macht. Geschmacklich lässt er zum Beispiel Denners Château Bonnet meilenweit hinter sich. Da lohnt es sich, drei Franken mehr auf die Theke zu legen. Man kriegt schliesslich ne Menge Wein für wenig Bares. Für den Individualisten der Geschwister Courselle gebe ich stolze 18 Punkte. – Wer noch nie weissen Bordeaux probiert hat, sollte mit diesem beginnen.

Château Thieuley Bordeaux blanc 2010

Der Château Thieuley Bordeaux blanc ist hier erhältlich.

 

Punkte: 18/20
Passt zu: Apéro, Fisch, Meeresfrüchten
Preis: Fr. 12.80

 

 

 

 

P.S. Und für alle, welche Angst haben, sich ohne phonetische Starthilfe beim Weinhändler zu blamieren: Thieuley = Thi-Öö-Lää


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Bordeaux im Denner: Gut war gestern

Wie jedes Jahr lechze ich im Herbst der Ankunft der neuen Jahrgänge aus Bordeaux entgegen. Spätestens ab Mitte Oktober durchquere ich leicht nervös mindestens einmal wöchentlich die Denner-Filiale im Neumarkt. Gestern war es dann so weit: Die neuen Bordeaux standen endlich im Regal. Nach fünf Minuten war aber jede Euphorie verflogen: Das Angebot ist noch schlechter als in den letzten zwei Jahren.

Nervös wie ein kleiner Junge am Weihnachtsabend stehe ich vor den schmucken Holzkistchen. Ich geb’s zu: Ich kaufe keinen Bordeaux, der von René Gabriel weniger als 18 Punkte bekommt. Gleichzeitig sehe ich auch nur in den seltensten Fällen ein, warum ich für eine Flasche mehr als 30 Franken bezahlen sollte. Diese zwei Grundsätze haben sich bisher immer bewährt. Ich zücke also – immer noch im Denner stehend – mein iPhone, starte die Gabriel-App und checke hastig sämtliche Weine, die vor mir im Regal liegen. Von der Seite her, bemerke ich einen etwas verstörten Blick eines Denner-Angestellten, der mich ungläubig beobachtet. Spätestens als ich auch noch Fotos von den Weinkisten mache, schaut er mich an, als würde er gleich den Filialleiter informieren. – Ich lasse mich nicht beirren und tippe weiter. De Ca-men-s…, ach, sch**se, schon wieder nur 16 Punkte für mehr als 40 Franken pro Flasche! So setzt sich meine ganz persönliche Tragödie bis zum letzen Wein fort. Keine drei Minuten vergehen, da habe ich auch schon alle angebotenen Bordeaux per iPhone-App durchgeackert. Fazit: Denner enttäuscht mich auf der ganzen Linie. Aber seht selbst:

Château Jahrgang Preis pro Flasche Preis 6er Gebinde Punkte René Gabriel
Sociando-Mallet 2010 Fr. 35.90 Fr. 215.40 18/20
Phélan-Ségur 2010 Fr. 42.90 Fr. 257.40 18/20
Gloria 2010 Fr. 43.90 Fr. 263.40 17/20
Talbot 2010 Fr. 59.60 Fr. 359.40 17/20
Citran 2009 Fr. 17.90 Fr. 107.40 16/20
Chasse-Spleen 2010 Fr. 29.90 Fr. 179.40 16/20
De Camensac 2010 Fr. 42.90 Fr. 257.40 16/20
Fourcas-Dupré 2008 Fr. 15.90 Fr. 95.40 15/20

(Der Fourcas-Dupré ist natürlich nicht neu, sondern schon länger ein Ladenhüter bei Denner)

Entweder ist die Qualität der bezahlbaren Weine schlecht bis durchschnittlich, oder sie sind gut, aber einfach überteuert. Und nur weil Talbot draufsteht, zahle ich keine 60 Mücken für die Flasche. Das beste Preis-Leistungsverhältnis hat der Sociando-Mallet. Aber auch da gibt’s bei anderen Anbietern günstigere Alternativen von mindestens gleicher Qualität. Zum Beispiel den 2009er Château Rollan de By für etwas mehr als 26 Franken bei Coop.

Enttäuscht dränge ich mich an der Kasse an den anstehenden Kunden vorbei. – Sorry Denner, aber andere haben weitaus bessere Angebote im Laden stehen. Nichtsdestotrotz werde ich vermutlich auch nächsten Herbst wieder wöchentlich im Neumarkt vorbeischauen, mich freuen, vom Angebot enttäuscht sein, fluchen und mir schwören, niemals wieder im Denner auf Bordeaux-Jagd zu gehen. Das tat ich wenigstens die letzten zwei Jahre…

À la vôtre


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Château Doisy-Védrines, 2009, 2e cru classé, Sauternes AC

In der Tat, es ist eine schwere Last, die ich zu tragen habe. Uneigennützig und heldenhaft opfere ich mich als Verkoster für den Herbst-Special zum Thema Bordeaux. Beginnen möchte ich unkonventionell: Mit einem Sauternes.

Obwohl der 2009er eigentlich noch zwei, drei Jahre liegen müsste, kommt er heute ins Glas. Beim vorliegenden Exemplar wird die Haltbarkeitsgrenze auf das Jahr 2055 datiert. Man kann den Wein also getrost in den Keller legen und einige Jährchen verstreichen lassen. Das Schöne an guten Sauternes ist, neben dem Geschmack, zweifellos ihre Langlebigkeit. Süssweine legen mit dem Alter sogar zu. Überhaupt sollte man beim Genuss eines Sauternes einen Gang runterschalten. Genau das haben wir vor. Der Dilettant und seine Begleitung haben sich heute nämlich für eine kleine Fleisch- und Käseplatte entschieden. Dazu noch einige Oliven, Trauben, Feigensenf und etwas Weissbrot. Lecker Schmecker!

Äusserst wichtig bei Süssweinen ist die richtige Temperierung. Ideal sind zehn bis zwölf Grad Celsius. Ich nehme die Flasche aus dem Kühlschrank. Ungeduldig und gespannt schenke ich ein erstes Glas ein. Ein Fehler. Viel zu süss und plump kommt er rüber, der Sauternes. Der Wein ist noch nicht kühl genug. Also flux das Eisfach geleert und die Flasche ins Eiswasser gestellt. Runterkühlen, abwarten. Zweiter Versuch – perfekt!

Der Doisy-Védrines scheint in einem dichten Quittengelb. Das Bouquet duftet herrlich nach Pfirsichen und Honig. Ein erster Nipper bringt eine dichte, aber angenehme Süsse. Irgendwie zähflüssig, dick in der Konsistenz. Die Fruchtigkeit bleibt auch im Gaumen erhalten. Ganz genial wird’s, als ich ein wenig Käse und ein Stückchen Weissbrot esse. Dazu dann einen Schluck vom Sauternes. Unglaublich, was für eine geschmackliche Intensivierung diese Kombination von Wein und Essen ergibt. Eine wahre Gaumenexplosion. Der Abgang dann klebrig, lang und breit. S e h r breit. Yihaa! Was ein Fest! Meine Degustationspartnerin meint, sie ziehe dem Doisy-Védrines einen guten Weisswein vor. Ihr sei er zu süss. Ich meine: Vorausgesetzt der Wein ist richtig temperiert, ist dieser Sauternes ein Hochgenuss. Obwohl’s nur ein Deuxième cru classé ist ;-). Aber wer gibt schon was auf Klassifizierungen?

Punke: 19/20
Passt zu: reifem Käse, Desserts
Preis: Fr. 26.- / 37.5 cl

Kaufen kann man den leckeren Sauternes hier


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Herbst-Special: Bordeaux für Anfänger, Teil IV – Einfacher geht immer

Bordeaux ist kompliziert. Und ein Mythos. – Sagt wer? Ha, das wäre doch gelacht! Dagegen muss was unternommen werden. DRINGEND. Also, entsprechend kurz und bündig soll er sein, der vierte Teil. Selbsterklärend, und entmystifizierend. Irgendwie wenigstens.

Ich fand es immer schon hilfreich, wenn jemand zu einem Thema kurze Tipps und Infos geben konnte. Quasi pfannenfertig. Darum besteht dieser Teil des Herbst-Specials auch aus einem Sammelsurium zum Thema Bordeaux. Zugegeben, es hat schon ein wenig Wühltisch-Charakter. Aber wie das bei Flohmärkten so ist: Irgendwas Nützliches findet man immer. Vielleicht auch in diesem Artikel.

L wie Lagerung

Bordeaux muss richtig gelagert werden. Am besten in einem dunklen Keller. Ideal sind eine Luftfeuchtigkeit von ca. 60% und eine über das Jahr hindurch möglichst konstante Temperatur von 10 – 14 Grad Celsius. Genügend Frischluftzufuhr und Ruhe (keine Vibrationen) sind von Vorteil. – Sind wir ehrlich. Hast du einen Keller, der allen Anforderungen entspricht? Ich nicht. Kühl, dunkel und nicht moddrig soll er sein. Das kriegt auch ein Durchschnittskeller meistens noch hin – voilà. Das reicht doch schon mal fürs Erste.

Warten, warten, warten

Die meisten Bordeaux sind erst nach mehreren Jahren reif. Extrembeispiel Süsswein: Gute Sauternes und Barsacs halten bis zu 60, 70 Jahre. Andere kann man schon jung geniessen. Weissweine können eigentlich immer jung getrunken werden. In kleinen Flaschen reift Wein generell schneller als in grossen, aber eben auch unausgewogener.

Flaschengrössen

Inhalt Bezeichnung
37,5 cl Halbe Flasche
75 cl Normalflasche
150 cl Magnum
300 cl Doppelmagnum
600 cl Impériale
9 l Salmanazar
12 l Balthasar
15 l Nebukadnezar
18 l Melchior

Diese Grafik habe ich hier geklaut.

Der Reifeprozess

…von Bordeaux verläuft in Wellenbewegungen: es kann gut sein, dass eine geöffnete Flasche heute sehr gut kommt, zwei Jahre später schmeckt der Wein wie aus dem Tetrapack. Versucht man’s ein Jahr später nochmals, ist er derart fantastisch, dass man nicht mehr zu trinken aufhören möchte. Probieren geht über studieren; vorausgesetzt man hat genügend Flaschen desselben Weins im Keller, Falls nicht: im Netz finden sich allerlei Listen und Ratgeber zum Thema Genussreife, der Händler deiner Wahl hilft dir bestimmt auch weiter. Empfehlen kann ich dir für Bewertungen von Bordeaux-Weinen und Angaben zur optimalen Trinkreife diese App.

Preis

Die meisten Bordeaux werden von Jahr zu Jahr teurer. Oder der Preis bleibt wenigstens konstant. Runter gehts praktisch nie. Wer also nicht warten kann oder will, und direkt genussreife Weine kaufen möchte, zahlt mehr. In der unteren Abbildung sieht man sehr schön die Preisentwicklung Ende 2010. Völlig irre, was sich da aufgrund der grossen Nachfrage aus Asien alles abgespielt hat. Heute ist die Lage wieder etwas entspannter. Zum Glück. Am preiswertesten sind Subskriptions-Bordeaux. Dabei bestellst man Wein, der jetzt produziert, aber erst in ein bis zwei Jahren geliefert wird. Nachteil: Man muss sich voll und ganz auf die Jahrgangsbewertung von Fachleuten verlassen. Und man braucht Geduld.

Château de Pressac, Preisentwicklung (Quelle: http://www.winesearcher.com)

Tipps

  • Ein Bordeaux braucht Zeit: Die Flasche mindestens eine Stunde vorher öffnen, evtl. dekantieren
  • Diese Weine sind ne Wucht. Vor allem zu einem entsprechenden Essen. Ideale Kombos sind meistens Braten, Wild, Geflügel (Vegetarier kochen sich einfach entsprechend deftige Gemüsegerichte)
  • Ein Bordeaux braucht ein gutes Glas, nicht zu klein, damit der Wein sich voll entfalten kann.
  • Weisse Bordeaux sind ein idealer Begleiter zu Fisch und Meeresfrüchten
  • Sauternes passen wunderbar zu Desserts und Käse

à bientôt !


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Herbst-Special: Bordeaux für Anfänger, Teil III – Wer passt zu dir?

Asche auf mein Haupt: Bis meine Dilettanten-Karriere vor einigen Jahren begann,  dachte ich, Bordeaux sei eine Rebsorte und Wein sei halt Wein. Cola schmeckt ja schliesslich auch überall gleich. Nix da, denkste! Heute weiss ich es besser.

Böse Zungen behaupten ja, dass Robert Parker die Nivellierung des Geschmacks auch im Bordelais stark vorangetrieben hat. Gott sei Dank sind wir vom Bordelaiser Einheitswein aber glücklicherweise noch weit entfernt. Aber welcher Bordeaux passt zu mir? Es gibt schliesslich hunderte. Der Dilettant meint: Beginnen wir doch dort, wo es der Winzer tut – bei den Trauben.

Im Bordelais spielen folgende Rebsorten eine wichtige Rolle: Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc. Aber auch die Sorten Petit Verdot und Malbec werden kultiviert. Bis zum grossem Reblausbefall von 1890 wurde ausserdem noch fleissig die empfindlichere Sorte Carménère angebaut. Diese findet man heute aber hauptsächlich in Chile. Ist also nix für mich.

Bordeaux ist praktisch immer ein Verschnitt mehrerer Rebsorten. Der Franzose sagt dazu etwas wohlklingender Cuvée. Es gibt nur sehr wenige rote Bordeaux-Weine, welche ausschliesslich auf einer Rebsorte basieren.

Die Bordelaiser Weinbauern sind wahre Künstler der Kombination. Viele Châteaux schwören auf die Zweierkombo von Cabernet Franc und Merlot. Dies kann aber von Jahr zu Jahr variieren. Auch die prozentuale Zusammensetzung variiert stark. Ein 2009er Mouton-Rothschild ist zum Beispiel ein Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot, ein 2008er jedoch eine Dreierkombo. Da hat der Winzer zusätzlich noch etwas Cabernet Franc in den Tank gegeben. Viele Sorten = viel Geschmack? Tja, mal sehen.

Der Cabernet Sauvignon bildet praktisch immer die Basis des Bordeaux. Er bestimmt vor allem den Säuregehalt. Seine Tannine (= Gerbstoffe) bescheren dem Wein je nach Anteil ein mehr oder weniger grösseres Lagerpotenzial. Merlot macht den Bordeaux fruchtig und gibt ihm Fülle. Cabernet Franc ergänzt das Fruchtige des Merlots und ergänzt das Bouquet vor allem durch eine schöne Nase. Die Sorte Petit Verdot gibt in kleinen Mengen Würze.

Neben den Rebsorten spielen auch andere Faktoren eine grosse Rolle. In erster Linie das Terroir, also der Boden, auf dem die Reben stehen. Aber auch die Arbeit des Winzers bei der Vinifikation, die technischen Hilfsmittel, das Knowhow etc. spielen eine immense Rolle. Der Captain stellt treffend fest: Frankreichs Winzer arbeiten nicht nur mit hochmodernen Anlagen. Ich meine, Bordeaux scheint da eine löbliche Ausnahme zu sein. Es wird investiert und mächtig Dampf gemacht. Davon konnten wir uns bei einem Besuch auf Château Lynch-Bages letztes Jahr selbst überzeugen.

Hurra! Das Vertrauen ist wieder hergestellt. Wenigstens in dieses Château. Die neue Abfüllanlage auf Lynch-Bages.

Von alledem steht aber nix auf der Flasche. Ist auch nicht wichtig. Ausser wir wollen nen Bio-Wein. Wichtiger für uns Otto Normalverbraucher sind die Appellationen. Oft haben nämlich verschiedene Weine derselben Appellation auch geschmacklich einen gemeinsamen Nenner. Hat man also mal grob eine Idee, was einem schmeckt, lohnt es sich, Weinen einer Appellation treu zu bleiben:

Graves Rotweine von hier sind der Inbegriff des klassischen Bordeaux: schlank, elegant, harmonisch, frische Frucht, können oft auch schon jung getrunken werden (!)
Médoc Elegante, duftende Weine, zart, komplex, „Burgunder“ des Bordelais, grosse Lagerfähigkeit, lange Reifezeit
Pauillac Feste Struktur, tief, dicht, kräftig, enormes Lagerpotenzial
Entre-Deux-Mers Frisch, fruchtig, eher leicht, jung geniessen, begrenztes Lagerpotenzial; sehr schöne Weissweine
Saint-Émilion Sehr unterschiedliche Weine: von reif und weich (Süden), mineralisch mit fester Struktur (Hochplateau) bis fein und elegant (Nordwesten)
Sauternes/Barsac Süssweine, enormes Lagerpotenzial

Mein Fazit

  1. Praktisch alle roten Bordeaux-Weine basieren auf der Rebsorte Cabernet Sauvignon.
  2. Bordeaux = Cuvée
  3. Es gibt auch weisse Bordeaux. Typischerweise im Entre-Deux-Mers.
  4. Jede Appellation bringt ihre typischen Weine hervor.
  5. Saint-Émilion ist die vielfältigste Appellation.

Damit ihr bis zum nächsten Teil des Herbst-Specials nicht verdurstet, einige Bordeaux-Empfehlungen meinerseits. Verkostungsnotizen folgen später.

Château Rollan de By, Cru Bourgeois, Médoc, 2009, bei Coop, Fr. 26.10

Château Lilian Ladouys, Cru Bourgeois, Saint-Estèphe, 2009, bei Mövenpick, Fr. 27.-

Château Clos du Jaugueyron, Margaux, 2006, bei Gerstl, Fr. 20.-

Château Thieuley blanc, Entre-Deux-Mers, 2010, bei Martel, Fr. 12.80

Château Doisy-Védrines, Sauternes, 2009, bei Martel, Fr. 26.-/37,5 cl

 

Santé !

 

P.S. Ich find‘ ja, dass Cola überall anders schmeckt. Bei Fanta ist’s noch krasser. Ich sage, die beste gibt’s in den Niederlanden. Unabhängig vom Jahrgang…


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Herbst-Special: Bordeaux für Anfänger, Teil II – Hurra, ich hab‘ Klasse !

Ach, wie schön ist es doch, dass irgendwelche lieben Menschen ständig versuchen, zu ordnen, oder Dinge nach ihrer Qualität zu beurteilen. Das macht das Leben vieler Personen einfacher. Zum Beispiel auch meines. Dachte ich wenigstens bis vor kurzem…

Napoleon III.

Auch Napoleon der Dritte muss manchmal nachgedacht haben. Zum Beispiel als er 1855 auf die Idee kam, die Weine nach ihrer Qualität einstufen zu lassen. Betroffen waren davon aber nur die Weingüter des Médoc. Wenn du den ersten Teil des Bordeaux-Specials aufmerksam durchgeackert hast, weisst du, dass jenes Gebiet aber nur einen Bruchteil des gesamten Bordelais ausmacht.
Graves wurde erst 1953 klassifiziert, Saint-Émilion 1955, und alle anderen Appellationen nicht. – Wirklich nicht.

Tja, schön und gut. Warum aber kam Bonapartes Neffe auf den Einfall mit den Klassifizierungen? Ich erklär’s euch.

Man schrieb das Jahr 1855. Die Weltausstellung fand überhaupt erst zum zweiten Mal statt. Dies in der Hauptstadt Paris. Neben bahnbrechenden Erfindungen, wie zum Beispiel dem Zündholz oder der Espressomaschine (LOL) wollte man dem internationalen Publikum eben auch die besten französischen Weine schmackhaft machen. Damals halt vor allem Rotweine aus dem Médoc.

Die Klassifizierung der Châteaux erfolgte aufgrund der in den vergangenen hundert Jahren erzielten Marktpreise. So weit so gut. Leider haben es die Franzosen bis heute nicht hingekriegt, eine für Bordeaux, geschweige denn Frankreich allgemein gültige Klassifizierung zu entwickeln. Das Durcheinander ist perfekt. Ich erklär’s euch. Augen zu und durch.

Im Médoc gibt es fünf (bzw. heute sechs) Klassifizierungen. Sogenannte Crus (Cru = Gewächs). Dabei sind Zweitweine der grossen Châteaux nicht klassifiziert. Saint-Émilion und Graves besitzen je drei, jedoch völlig andersartige Klassen, Pomerol nicht eine offizielle. Die für Süsswein bekannten Gemeinden Sauternes und Barsac kennen drei Klassifizierungen. Diejenige von Saint-Émilion ist tatsächlich die einzige, welche regelmässig überprüft und angepasst wird. Die anderen haben den inoffiziellen Status „unantastbar“. Die einzige, und viel zitierte Änderung im Médoc, war die Anhebung von Château Mouton-Rothschild 1973. Der Erzeuger durfte als als Klassenbester direkt zu den Premier Crus wechseln. Hurra! Mehr als vierzig Jahre früher, in den 1930er Jahren, wurde im Médoc die Klasse der Cru Bourgeois geschaffen. Heute ist diese mit 300 Weingütern die grösste Gruppe aller klassifizierten Châteaux.

Boah, was ein Durcheinander! Tief durchatmen. Ich mach’s Napoleon gleich und bringe ein bisschen Ordnung in die Bude. Mögt ihr Tabellen? Ich schon:

Médoc

Châteaux
Premier Cru Classé 5
Deuxiéme Cru Classé 14
Troisième Cru Classé 14
Quatrième Cru Classé 10
Cinquième Cru Classé 18
Cru Bourgeois 300

Saint-Émilion

Châteaux
Premiers Grands Crus Classés (A) 2
Premiers Grands Crus Classés (B) 13
Grands Crus Classés 46

Graves

Châteaux
Rot- und Weisswein 7
Rotwein 5
Weisswein 2

Sauternes und Barsac

Châteaux
Premier Cru Supérieur 1
Premier Cru Classé 11
Deuxième Cru Classé 15

Die Einführung der Klassifizierung brachte vor allem den Herstellern bzw. den Händlern den Vorteil, dass die Preiskalkulationen einfacher wurden. Dies ist bis heute so. Höhere Klasse = höherer Preis. Ein Premier Cru Classé ist auch im Jahr 2012 immer noch teurer als ein Deuxiéme Cru Classé vom gleichen Jahrgang.

Ein Beispiel: Im Jahr 2009 hat es der Wettergott mit den Bordelaiser Weinbauern gut gemeint. Der Jahrgang wird in der Fachwelt einstimmig als hervorragend bewertet. Ich habe drei 09er Weine rausgepickt, um zu zeigen, dass die Klassifizierung vor allem Preis- und nicht qualitätasrelevant ist. Alle drei werden vom Schweizer Bordeaux-Papst René Gabriel mit 19 von 20 Punkten bewertet:

Château Klassifizierung Preis/Ø
Haut-Brion Premier Cru Classé 850 €
Lynch Bages Cinquième Cru Classé 100 €
Poujeaux Cru Bourgeois 25 €

Schau dir mal die Preise an! Für ne Flasche Haut-Brion kriegst du 34 (!) Flaschen Poujeaux. Bei geicher Qualität!* Ja, bin ich denn bescheuert, oder einfach völlig frei von jeder Statussymbol-Verblendung. Wahnsinn, nicht?

Mein Fazit

  1. einige Appellationen haben keine Klassifizierungen, was den Wein aber nicht schlechter macht.
  2. höher klassifizierte Weine sind teurer, aber nicht unbedingt besser.
  3. Genuss muss nicht absurd teuer sein. Schönen Bordeaux gibt’s auch schon für unter dreissig Franken.

 

…obwohl, dafür könnte ich mir dann vier Flaschen Cannonau…, aber das ist ein anderes Thema.

À la vôtre !

P.S. Da hat sich jemand mit den Klassifizierungen besonders Mühe gegeben.

*Das Gegenteil muss mir erst einmal jemand beweisen.