Flaschentester

… schreibt über europäische Weine und verwandte Themen

Brathendl-Wein: Preisinger Basic 2009

Ein Kommentar

Liebes Tagebuch, unser Ausflug von neulich hat sich gelohnt. Einmal mehr durften wir österreichische Gastfreundschaft hautnah erleben. Neben hervorragenden Speisen, zeigte sich wieder mal, dass es unglaublich fein gearbeitete österreichische Weine gibt, welche von uns jungen Kehlen noch entdeckt werden wollen. So einer war der 011er Zweigelt von Claus Preisinger. – Notiz an mich: Begib‘ dich zu Hause unverzüglich auf die Suche nach den schlichten Flaschen des jungen Winzers aus dem Burgenland!

Einige Wochen später: Mit Fahrrad und Hoffnung ausgestattet, durchstöbere ich lokale Weinhandlungen. Fündig werde ich im Globus. Da finden sich einige von Claus‘ Flaschen in den Regalen. Der 011er Zweigelt leider noch nicht. Der kommt die Tage. – Warten? Ne, kommt nicht in die Tüte. Um die Zeit zu überbrücken, pack‘ ich schon mal drei Flaschen vom Basic auf meinen Drahtesel.

Preisinger Weingut

Claus Preisingers Weingut – Eine Augenweide

An gewöhnlichen Wochentagen wird bei Flaschentesters meistens bodenständig gekocht. So auch neulich. Es ist Mittwochmittag. Nach einem kurzen Frühlingsversuch, entschliesst sich das Wetter heute doch lieber nochmals vorzuführen, was Schnee ist. Draussen ist es nass, kalt und grau. Aus der Küche strömt bereits ein herrlicher Duft in die restlichen Räume. Es riecht fantastisch! Schnell noch rasch in den Keller und ne Flasche Roten raufgeholt. Es gibt Brathendl.

Hühnchen, Kartoffeln und Salat stehen auf dem Tisch. Der Wein ist einigermassen temperiert. Ich schenke ein. Toll, dieses Dunkel-Violett. Ehrlich, schon die Farbe begeistert. Freudig nehme ich eine Nase voll: Sehr gefälliges Bouquet. Ich rieche intensivste Pflaume, etwas Kirsche, einen Kräutermix aus Rosmarin und Lavendel, Sprit, Leder und Holz. Im Mund dann sanfte Tannine, leicht beerig-marmeladiger und dennoch würziger Körper, toll integrierte Säure, geringe Adstringenz, ein relativ kurzer Abgang, und zum Schluss ein fruchtig-würziger Nachhall. Der Basic schmeckt auf Anhieb. Er ist durch und durch unkompliziert und hat trotzdem Charakter. Eben ein saftig-trinkiger Alltagswein, der bestimmt zu vielen ländlichen Gerichten passt. Auch ohne Essen, kann man ihn gut geniessen. Zur Produktion so viel: Die Trauben (90% Zweigelt, 10% St.Laurent) für den Basic stammen – laut Winzer – übrigens aus jeweils perfekt entsprechenden Lagen und Weingärten im Westen und Osten des Neusiedler Sees. Gelesen wurde in der ersten Septemberwoche. Die Vorselektion erfolgte im Weingarten, im Weingut wurde dann nachsortiert. Es folgte eine Spontangärung im Tank, mit anschliessendem Ausbau in Eichenfässern auf eigener Hefe, für den Zeitraum von zehn Monaten.

Fazit: Der österreichische Rotwein vom Neusiedlersee zeigt, dass es auch im unteren Preissegment tolle Bio-Weine gibt. An den 2011er Zweigelt aus dem selbem Haus kommt er meiner Meinung nach nicht ran. Trotzdem gehört Preisingers Basic zu den erfreulichsten Alltags-Roten, welche ich in letzter Zeit im Glas hatte. Toll! Ich gebe verdiente 16 Punkte.

Preisinger Basic

Punkte: 16/20
Passt zu: Bodenständiger Küche
Preis: Aktionspreis Fr. 10.00 statt 16.80 / € 7.29

Claus Preisingers Weine gibt’s im Globus und bei Pfanner & Gutmann

 

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Ein Kommentar zu “Brathendl-Wein: Preisinger Basic 2009

  1. Die Weine von Preisinger gibt es auch bei folgenden Händlern:
    http://www.weinrebellen.ch
    http://www.gostomundo.ch

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