Flaschentester

… schreibt über europäische Weine und verwandte Themen

Viña Mayor Tinto Roble Ribera del Duero D.O. 2011

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Kampf dem Januarloch: Teil V – Der letzte Tropfen der Serie von Weinen unter zehn Franken ist bei Denner erhältlich. Es handelt sich um einen Spanier aus dem Ribera del Duero. Er ist jung, er ist wild, er braucht ne Menge Sauerstoff und noch mehr Fleisch um sich voll zu entfalten. Na dann: Karaffe und Pfanne angetreten und stillgestanden!

Das 20’000 Hektare umfassende Weinbaugebiet ist nach dem gleichnamigen Fluss – Duero bzw. Douro – benannt. Das mit Reben bestückte Flussdelta ist 115 Km lang. Über 8’000 Winzer produzieren hier Weine. Wie auch in anderen Regionen Spaniens wird am Duero vor allem Tempranillo angebaut. Im Ribera del Duero nennt man diese Sorte allerdings Tinta del País. Die Trauben sind hier kleiner und die Schalen dicker, als zum Beispiel im südöstlicher liegenden Rioja. Die Weine sind aufgrund des Ausgangsmaterials in der Regel also konzentrierter.

Als Essenspaarung entscheiden sich meine Degustationspartnerin und ich für ein Rosmarin-Lammfilet, begleitet von Püree von blauen Kartoffeln und in Butter geschwenkten Karotten. Klingt gut, nicht? Finden wir auch. Ich öffne den Wein etwa eine halbe Stunde vor dem Abendessen. Ungeduldig wie ich bin, schenke ich mir bereits beim Kochen einen kleinen Schluck ein. Sofort wird klar, dass man ohne zu dekantieren hier nicht weiterkommt. Auf der Etikette grinst mir schliesslich frech das Jahr 2011 entgegen. Also ab damit in die Karaffe. Im Kühlschrank darf der Rotwein zudem noch etwas runterkühlen.

Douro

Rebberge entlang des Dueros

Das Essen ist fertig, der Wein hat die richtige Temperatur und ich schenke ein. Der Viña Mayor scheint in einem strahlend frischen Purpur. Sehr schön, diese Farbe. Die Nase bringt passend dazu Kirsche, Erdbeere und konzentrierte Vanille. Der Spanier überzeugt auch im Mund durch eine runde Beerigkeit, gepaart mit einer schönen Säure. Tabak gesellt sich dazu, auch Teer und Kräuter (Salbei?) kann man erkennen. Der Körper ist von mittlerem Gewicht. Herb und trocken. Der Abgang ist durchaus schmelzig und ebenfalls von mittlerer Länge. Der Wein ist insgesamt noch etwas wild und ungestüm. Zum Lamm passt er jedoch gut. Die Kombination schmeckt überzeugend. Die jugendliche Säure des Tempranillos verträgt sich recht ordentlich mit dem rosa gebratenen Fleisch und den eher süssen Kartoffeln und Karotten.

Der Wein hat laut Denner noch sechs Jahre lang Zeit zu reifen. Und die braucht er auch. Die Tannine werden mit der Zeit sicher noch weicher und der Wein etwas gutmütiger und ausgewogener. Nichtsdestostrotz bin ich auch schon heute positiv überrascht worden. Schliesslich handelt es sich einmal mehr um einen schönen Wein unter zehn Franken. Der beinahe gleichteure Primitivo vom letzten Mal war insgesamt jedoch eine Spur überzeugender. Der Italiener war deutlich besser balanciert und gutmütiger. Der Spanier muss hingegen erstmal dekantiert werden und braucht unbedingt eine passende Essenspaarung: Sprich ein saftiges Stück Fleisch. Beachtet man diese zwei Punkte, klappt’s aber mit dem Geniessen. Ich gebe 15 Punkte. Das Januarloch ist hiermit offiziell besiegt.

Via-mayor-tinto-roble-ribera-del-duero-d-o

Punkte: 15/20
Passt zu: Lamm
Preis: Fr. 9.95

Kaufen kann man den Tinta del País hier

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