Flaschentester

… schreibt über europäische Weine und verwandte Themen

Palomar Monastrell Juan Gil 2009, Selection Alexander von Essen

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Nachdem meine Woche bisher weintechnisch eher durchwachsen war, möchte ich heute endlich mal wieder eine anständige Flasche entkorken: Alle Mann in Deckung, Marmeladenwein im Anflug!

Nach einem harten Arbeitstag stehe ich fixnudelfertig im Manor. Morgen ist Wochenende, und der gefrässige Blog muss schliesslich auch wieder mal mit Inhalt gefüttert werden. Alles in allem also mindestens tausend gute Gründe, entspannt an einem rotem Traubensaft zu nippen. Da mich Alexanders Weine bisher noch nie enttäuscht haben, greife ich zu einer konischen Flasche mit seinem Namen drauf.

Der Palomar wird aus der Rebsorte Monastrell vinifiziert und in Spanien typischerweise im südöstlichen Jumilla angebaut. Normalerweise wird die Traube zur Herstellung von Cuvées benutzt. Beim Palomar handelt es sich jedoch um einen sortenreinen Rotwein.

Die schwere, massive Flasche lässt den Inhalt bereits erahnen: Der Wein hat doch tatsächlich einen Alkoholgehalt von 14,5%. Ich merke das spätestens, als ich ein erstes Glas auf leeren Magen trinke. Au Backe!

Bereits beim Entkorken der Flasche verströmt der Spanier einen unheimlich intensiven Duft in nächster Umgebung. Eindrücklich. Auch seine Farbe gefällt mir. Er scheint in einem edlen und dichten rubinrot. Etwas Licht scheint jedoch noch durch das Glas. In der Nase halten sich Beeren- und Gewürzaromen die Waage. Auch im Mund findet man eine schöne Balance der Aromen. Der Körper ist unglaublich voll und stabil. Rosmarin, Thymian und rote Beeren, etwas Feige, vielleicht ein Hauch Leder, meine ich zu erkennen. Die Tannine sind angenehm zurückhaltend und sehr gut integriert. Der Abgang ist unendlich lange. Mmh, fein.

Insgesamt kommt der Palomar mächtig, marmeladig und sehr modern daher. Halt eine üppige, schwere Fruchtbombe mit ordentlich Würze. Wie beim Rocca, kann ich auch hier nicht mehr als zwei, höchstens drei Gläser trinken. Dann reicht’s! Der Palomar ist aber auch ohne eine passende Mahlzeit ein Genuss.

Die Entfaltung dieses Weins ist meiner Meinung nach, mehr als von anderen schweren Rotweinen gewohnt, von seiner Temperatur abhängig. Empfohlen werden laut Manor 16 -18 Grad Celsius. Bei 16 Grad ist der Wein aber noch zu verschlossen, und entfaltet höchstens zwei Drittel seines Potenzials. Eine leicht höhere Temperierung unterstützt bei diesem Wein wirklich alle seine positiven Attribute, ohne dass er zerfällt.

Wenn man modernen, fruchtigen Wein mag, sollte man dem Palomar unbedingt eine Chance geben. Der Spanier hält mit seiner Würze auch deftigeren Gerichten stand. Bei uns wurde er zu Penne all’arrabiata aufgetischt und passte hervorragend. Zu kalt mag er es aber nicht. Holt ihn also früh genug aus dem Keller, lasst die Flasche mindestens eine Stunde entkorkt stehen und trinkt den Wein gut temperiert!

Momentan gibt’s ihn bei Manor zum Aktionspreis von Fr. 12.50. Da kann man wirklich nicht viel falsch machen… Also nicht’s wie hin! Ich hol‘ mir morgen gleich nochmals drei Flaschen für meinen bescheidenen Keller.

 

Palomar

Punke: 17/20
Passt zu: Fleisch, Teigwaren, Käse
Preis: Fr. 12.50 statt 16.95

 

Zu kaufen gibt’s den Palomar Monastrell hier.

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